1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Krieg der Sterne trifft Charlie Chaplin

Ulm

09.07.2013

Krieg der Sterne trifft Charlie Chaplin

Bild: Dagmar Hub

Weißenhorner Schulorchester und Ulmer Philharmoniker arbeiten zusammen

Von Dagmar Hub

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Ulm/Weißenhorn Das letzte Familienkonzert dieser Spielzeit am Theater Ulm hat nicht nur das Große Haus mit Eltern und Kindern gefüllt, sondern es wurde auch zum wichtigen Moment für das Orchester des Weißenhorner Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums (NKG): Für die Deutsche Orchestervereinigung und für Jeunesses Musicales Deutschland überreichten die beiden Fagottisten Gottlob Schmücker und Thomas Acker die Urkunde für die Orchesterpatenschaft zwischen den Ulmer Philharmonikern und dem Schulorchester des NKG.

Diese Patenschaften bringen Berufsorchester und Jugendorchester zusammen. Nachwuchsarbeit, die über die Begeisterung an der Musik nicht nur Profis und Schüler zusammenführt, sondern Motivation für alle Beteiligten sein kann, die Hemmschwellen abbaut und Impulse für das Musikleben einer Region bringen soll. Der Kontakt mit der klassischen Musik, so Ulms Generalmusikdirektor Timo Handschuh, sei ein so wichtiges Rüstzeug fürs Leben wie Schwimmen und Radfahren.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Für 17 junge NKG-Musiker und ihre Musiklehrerin Karoline Mauer wurde das Familienkonzert „Star Wars meets Charlie Chaplin“ so zur großen Bühne. Mauer dirigierte den Auftakt des Konzerts, bei dem ihre Schüler hoch konzentriert und sehr ernsthaft neben den Berufsmusikern der Philharmoniker mit am Pult saßen.

Weniger ernsthaft, sondern vielmehr mit einem gewissen Witz gezeigt war eigentlich das Thema des Familienkonzerts: die Musik im Film und ihre Rolle als Transportmittel für Gefühle und die Spannung der Handlung. Johanna Paschinger gab in Latzhosen, mit Cola und Popcorn, die Identifikationsfigur für die Kinder im Konzert. Mit Kuscheltier auf der Wohnzimmercouch nahm man ihr die Schülerin, die abends Filme anschaut, gern ab.

Ihren eigenen Spaß hatte Paschinger daran, dass quasi auf ihren Fernbedienungs-Knopfdruck hin Nils Schweckendiek – von ihr mit der Romanfigur Nils Holgersson verwechselt – und die von ihm geleiteten Ulmer Philharmoniker „funktionierten“, egal ob es um aktuelle Filmmusik oder den zum in voller Länge gespielten Chaplin-Stummfilm „The Floorwalker“ ging. Dass gerade das junge Publikum im Großen Haus Darth Vader, Harry Potter und sein Umfeld und auch Indiana Jones kennt, war klar. Erstaunlich aber, für wie viel Lachen und Kommentare, für wie viel Begeisterung die Slapstick-Komödie „The Floorwalker“ aus dem Jahr 1916 mit ihren Verfolgungsjagden auf der Rolltreppe eines amerikanischen Kaufhauses sorgte.

Dass die live gespielte Musik im Kinosaal die Worte der Schauspieler ersetzte, Emotionen ausdrückte und lenkte, damals, als die Bilder laufen lernten, das versetzte die jungen Konzertbesucher in eine weit entfernte, für sie aber hoch amüsante Vergangenheit. Die Verblüffung über die Bewegungen und die Wirkung der Schauspieler war ähnlich enorm, wie über die Erkenntnis, dass es zu den Kameras damals noch keine Mikrofone gab, die die Worte hätten aufnehmen können.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren