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Pfaffenhofen

17.02.2015

Kriminell witzig

Keine Witze über die Taverne! Norbert Riggenmann (links) wird von den übrigen Pfafiosi von den Rohrspatzen zur Räson gebracht.
Bild: Uta Wittke

Beim Bunten Abend des Gesangvereins Liederkranz übernimmt „Der Dodle“ die Pfaffenhofer Unterwelt.

Das Einkaufsthema bildete den roten Faden durch das Programm. Die Sängerinnen des Liederkranzchors etwa warteten an ihrem Shoppingtag ungeduldig in der langen Schlange vor dem Damenklo, Matthias Braun und Manfred Reistle besangen die Einkäufe zweier Tippelbrüder und das Duo Parkbank, bestehend aus Ann-Kathrin Lorenz und Daniel Frisch, untermalte eine witzige Buchvorstellung mit fetzigen Songs.

Auch die Sketche kamen gut an. Da stellten etwa Jugendliche die TV-Sendung „Shopping Queen“ nach, Georg Birkle brachte als grobschlächtige Landpomeranze beim Schuhkauf Verkäuferin Erika Braun um ihre Contenance und Alfred Winklhofer holte beim „Malen mit Menschen“ Zuschauer für witzige Lebendkunstwerke auf die Bühne.

Dem Publikum gefiel das abwechslungsreiche Programm, dessen satirischen Höhepunkt wieder die Rohrspatzen unter der Leitung von Norbert Riggenmann bildeten. In Anlehnung an den Film „Der Pate“ brannten die Mafiosi, Verzeihung: Pfafiosi, mit ihrem Programm „Der Dodle“ ein bissiges Feuerwerk zu den aktuellen Ereignissen in der Marktgemeinde ab. Ein Schuldiger für nur noch spärlich fließende Schutzgeldeinnahmen war bald gefunden: „Geschäfte machen andere Familia, nennt sich Gmoindsrat“, hieß es in einem vergnüglichen Kauderwelsch aus schwäbisch mit italienischem Einschlag. „Ein neuer „Cheffe“ sei für die Konkurrenz im Gespräch gewesen, erinnerten sich die Pfafiosi, doch der sei „unter die Walz“ gekommen. So „neuer Giuseppe ist alter Giuseppe“ identifizierten die Gangster Rathauschef Josef Walz als Kopf der Konkurrenz. Der Dodle (Reinhold Strauß) gab sich schockiert über die Rivalen und forderte Ideen für neue Einnahmequellen.

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Die Einfälle sprudelten nur so, etwa Schutzgeld für den neuen Boden in der Turnhalle oder eine „Krempelsteuer“ für statt eines Wagens in Garagen abgelagerte Gegenstände. Der Dodle erwog auch die Übernahme einer eigenen Halle, sprich des Lidl-Lagers. Man könne die Taverne als Baudenkmal, das Schmiedl-Haus als „Mahnmal für die Wirtschaftsentwicklung in Pfaffenhofen“ und die sanierungsbedürftige Pfarrkirche abtragen, in der Halle erneut aufbauen und gegen Geld ausstellen, überlegten die finsteren Gestalten. Auf dem dadurch frei gewordenen Areal erträumten sie sich einen vierspurigen Kreisverkehr. Den gegen die Nordostumfahrung ausgefallenen Bürgerentscheid bedauerten die Pfafiosi, denn dort hätte Maut verlangt werden können. Auch den demografischen Wandel zogen die Rohrspatzen ins Kalkül: Schutzgeld fürs Älterwerden, Sondersteuer auf Melissengeist oder eine Rollatorsteuer wurden erwogen.

Dem am Freitagabend auf die Bühne zitierten Dritten Bürgermeister Karlheinz Thoma als Vertreter des Gemeinderats machten die üblen Gesellen schließlich das berühmte „Angebot, das er nicht abschlagen kann“. Thoma hatte die Wahl, entweder frisch einzementiert als Fundament des neuen Zapfenstegs zu enden oder einige Bedingungen zu erfüllen. „Mache niemals mehr 14 Tage vor dem Bunten Abend eine eigene Satireveranstaltung“, forderte der von den aktuellen Ereignissen schwer geforderte Riggenmann mit Blick auf den jüngsten Bürgerentscheid samt Informationsveranstaltungen. Das Publikum wusste die termingerechte Arbeit der Kabarettisten jedenfalls zu schätzen und quittierte die zahlreichen Spitzen mit begeistertem Applaus.

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