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Ulm

08.12.2019

Küchenparty in rot mit Moop Mama

Rotlicht im Roxy. Moop Mama ist eine zehnköpfige Brassband aus München, die 2009 auf Initiative des Saxophonisten Marcus Kesselbauer gegründet wurde.
Bild: Andreas Brücken

Die Münchner Brass-Band liefert im Roxy eine wuchtige Show – und geht mit dem Publikum auf Tuchfühlung.

Moop Mama ist eine jener Bands, denen nachgesagt wird, dass sie live noch besser klingen als aus dem Plattenspieler. Warum das so ist, bekamen rund 900 Fans am Freitag im Roxy zu spüren: Die Bläser strapazierten auf der Bühne fast zwei Stunden lang ihre Lungen, es wurde gerappt, getrommelt, getanzt, sogar Fahrrad gefahren. Am Ende schwanden die Grenzen zwischen den zehn Musikern und ihrem Publikum.

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Spontane Guerilla-Konzerte in Fußgängerzonen

Bekannt geworden ist die Münchner Brass-Gruppe vor rund zehn Jahren durch ihre spontanen Guerilla-Konzerte in Fußgängerzonen oder auf öffentlichen Plätzen. Mittlerweile sind die zehn stets in Rot gekleideten Männer, ausgerüstet mit Trompeten, Posaunen, Saxophonen, Pauken und einem mächtigen Sousaphon, auch auf den Festivalbühnen im deutschsprachigen Raum unterwegs. In Ulm traten Moop Mama anlässlich des vierten Studioalbums „Ich“ auf und zeigten, dass sie nicht unbedingt eine große Kulisse brauchen, um eine wuchtige Show zu liefern.

„Wir wollen euch schwitzen sehen“, sagte Sänger Keno Langbein zu Beginn des Konzerts. Die Band wolle eine riesige Küchenparty schmeißen - dort werde schließlich immer am besten gefeiert. Es war so etwas wie die Devise des Abends: Die Menschen im gut gefüllten Roxy sollten nicht nur zuhören, sondern mitmachen, mittanzen und mitsingen. Langbein, der aus Ulm stammende Peter Laib (Sousaphon) und ihre Bandkollegen waren die Dirigenten. Schon beim dritten Song „Die Erfindung des Rades“ - Langbein drehte dabei auf der Bühne ein paar Runden mit einem BMX-Rad – war das euphorische Publikum erstmals aus dem Häuschen.

Küchenparty in rot mit Moop Mama

Moop Mama mit ihrem Sound

Sowieso waren die Bandmitglieder ständig in Bewegung: Sie wippten synchron auf den beiden Podesten, rannten umher und tauschten die Plätze. Jeder der neun Vollblutmusiker hatte seine Momente - die Soli wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. Die Energie der Gruppe brachte auch die 900 Fans zum Klatschen, Tanzen und Mitsingen. Den Refrain der ruhigeren Nummer „Nüchtern“ sangen die Fans nach Ende des Lieds einfach solange weiter, bis Langbein beeindruckt sagte: „Der Song gehört jetzt euch.“

Doch bei all der guten Laune, die Moop Mama mit ihrem Sound beim Publikum erzeugen und auch wenn Humor eine wichtige Rolle spielt: Ihre eingänglichen Melodien sind durchaus mit gesellschaftskritischen Texten unterlegt. „Molotow“ handelt von der Liebe eines Polizisten zu einer politischen Aktivistin, in „Elefant“ geht es um Tierschutz.

Vor „Shitstorm“, der die Social-Media-Kultur auf den Arm nimmt, positionierte sich Langbein gegen Rassismus: Es gebe hierzulande leider Meinungen, die keine sein dürften. Zur Zugabe gab es dann noch Moop Mama zum Anfassen. Während zwei der letzten drei Songs zogen die Musiker durch den Zuschauerraum. Bei den Fans kam die Aktion gut an und zeigte endgültig: Der Ruf, eine besondere Live-Band zu sein, eilt Moop Mama zurecht voraus.

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