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Neu-Ulm

24.03.2020

Küchentücher statt Klopapier runtergespült: Neu-Ulmer Kanalisation belastet

Klopapier ist zurzeit ein heiß begehrtes Produkt. In Neu-Ulm haben manche als Ersatz zu anderen Hygieneprodukten gegriffen.
Bild: stock.adobe.com

Manche Bürger haben Toilettenpapier gehamstert, andere haben dafür jetzt als Ersatz zu anderen Hygieneprodukten gegriffen. Das kann schwerwiegende Folgen haben.

Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Tagen zu völlig unvernünftigen Hamsterkäufen geführt. Vor allem Toilettenpapier war hierbei heiß begehrt. Dies hatte zur Folge, dass offensichtlich zahlreiche Neu-Ulmer Bürgerinnen und Bürger beim Toilettengang ersatzweise zu anderen Hygieneprodukten gegriffen haben. Die städtische Abteilung Stadtentwässerung stellte zuletzt vermehrt Produkte wie Feucht-, Kosmetik- oder Küchentücher in der Kanalisation der Stadt und den städtischen Pumpwerken fest. Das teilte die Stadt Neu-Ulm mit.

Falsch entsorgte Produkte treiben auch Kosten für Alle in die Höhe

Jochen Meissner, Abteilungsleiter Stadtentwässerung und Wasserbau in der Neu-Ulmer Stadtverwaltung, warnt eindringlich davor, andere Produkte als Toilettenpapier in Toiletten hinunterzuspülen. „Die Pumpen in unseren Pumpwerken können diese Stoffe nicht transportieren. Es kann zu Ausfällen im gesamten System kommen.“ In Kläranlagen werden die falsch entsorgten Produkte ebenfalls zum Problem. Durch die Tücher wird der Sauerstoffaustausch im Reinigungsprozess gestört, was dazu führt, dass die Anlagen nicht mehr die volle Reinigungsleistung erbringen können. Doch nicht nur in der öffentlichen Kanalisation sorgen die falsch verwendeten und entsorgten Produkte für Probleme. Auch in den Hauskanalisationen können sogenannte „Verzopfungen“ dafür sorgen, dass Abflüsse nahezu vollständig verstopfen und nur durch Fachfirmen aufwendig, zeitintensiv und oftmals auch teuer wieder freigemacht werden können.

Die Stadtverwaltung Neu-Ulm bittet die Bürger daher dringend darum, nur Toilettenpapier beim Toilettengang zu verwenden. „Falsch entsorgte Produkte in der Kanalisation gefährden die Betriebssicherheit der städtischen Anlagen und treiben auch unnötigerweise die Kosten für die Allgemeinheit in die Höhe“, so Abteilungsleiter Meissner. (az)

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