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Filmtheater

28.11.2015

Kult-Kino in Senden schließt

Das „Lido“ in Senden gibt es seit 63 Jahren.
Bild: Alexander Kaya

Betreiber Gunther Schuster verkauft das Lido und somit eine Institution, die es seit über 60 Jahren gibt

„Am Ende ein Fest“ – lautetet einer der beiden Filme, die zuletzt im „Lido“ in Senden über die Leinwand flimmerten. Ob es auch in dem Kult-Kino demnächst ein Abschlussfest geben wird, ist fraglich – ein Ende gibt es auf jeden Fall, das steht für Betreiber Gunther Schuster fest. Er hat sein Filmtheater in Ay an einen Ulmer Unternehmer verkauft. Womöglich werden laut Schuster noch vor Weihnachten die Türen zum „Lido“ endgültig schließen.

Bereits vor einigen Jahren stand der Fortbestand des Kinos auf der Kippe: Damals sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung, er werde es so lange als irgend möglich betreiben. „Ich wurstle mich so durch“, war seine Aussage. Jedoch fehle es an genügend Besuchern, um das Kino auch wirtschaftlich zu betreiben.

2009 gründete eine Gruppe vorwiegend aus Jugendlichen eine Initiative für das Sendener Lido. Das hatte mit mehreren Sonderveranstaltungen zeitweilig für ein Besucherplus gesorgt – das Kino schien gerettet. Ein Sendener Unternehmer hatte sogar eine Vorstellung für Kinder finanziert, auch der Frauenbund lud zum Kinobesuch ein. Dauerhafte Mehreinnahmen aber stellten sich dadurch nicht ein. Daher ist nun Schluss – nach über 60 Jahren.

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So lange war es im Besitz der Familie Schuster: Gegründet wurde das Kino im Jahr 1947. Damals zeigten die Betreiber Ludwig und Martha Schuster die Filme noch in der Turnhalle Weißenhorn. Die Zuschauer waren damals begeistert – so sehr, dass die Schusters sich kurzerhand entschlossen, ihr eigenes Filmtheater zu eröffnen: In Ay an der Hauptstraße 62. Im Jahr 1952 öffnete das „Lido“ dann erstmals die Pforten: Gezeigt wurde damals der Kino-Klassiker „König Salomons Diamanten“ mit Deborah Kerr und Stewart Granger. Der heutige Betreiber, Gunther Schuster, verfolgte von Geburt an, seit dem Jahr 1957, das Geschehen im „Lido“. Seit 1978 ist Schuster als Gesellschafter am Kino beteiligt und leitet es seit dem Tod seines Vaters Ludwig alleine.

Wie nun zu erfahren war, steht das Gebäude an der Hauptstraße nach dem Verkauf keineswegs leer: Schuster hat das Kino bereits an einen Ulmer Unternehmer verkauft. Dieser wird das Erdgeschoss offenbar in ein Fliesengeschäft umfunktionieren, aus dem Bereich über den Sälen sollen Wohnungen entstehen.

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