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02.06.2009

Kultur an die Macht

Ulm/Samara Unter fünf Theaterintendanten wählte das baden-württembergische Kulturministerium Thomas Dentler, den Intendanten des Ulmer "Theaters in der Westentasche", als Botschafter für einen fünftägigen deutsch-russischen "Kulturtransfer" aus. Zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Nancy Calero gastierte Dentler mit Heinrich Bölls "Ansichten eines Clowns" in der Millionenstadt Samara.

Über das russische Staatsfernsehen und die landesweiten Medien erreichten die beiden mit ihrem Auftritt auf und vor der Bühne "die Herzen der Menschen", wie ihnen nicht nur die Gastgeber sondern unzählige Presseberichte bestätigten. "Die Neu-Ulmer Zeitung hatte nicht zuviel versprochen, das "Theater in der Westentasche" hat eindrucksvoll gezeigt, dass Kultur den Herzschlag der Welt bestimmt", schrieb zum Beispiel die große Zeitung "Golossamara" in ihrem Kulturteil.

"Das stimmte mit dem Kern meiner Botschaft überein, die ich mit der Forderung "Kultur an die Macht" überschreiben würde", sagte Thomas Dentler beim NUZ Besuch während einer Theaterprobe. "Kultur, Theater und Kunst verbinden die Menschen mehr als jede andere Gesellschaftsstruktur", sagte Dentler in den Interviews mit den russischen Medien und seine Botschaft wurde überall verstanden, ob beim Treffen mit Politikern, mit seinen Gastgebern oder mit Theaterintendanten, mit Schauspielerinnen und Schauspielern oder beim Besuch des in 35 Meter Tiefe liegenden "Stalinbunkers" und des "Kosmischen Raumfahrtzentrums Samara".

Zwischen Sputniks

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Selbst dort, zwischen den ersten Sputniks und den letzten Raumfahrtkapseln, ist ein ganzes Stockwerk der bildenden Kunst gewidmet, das Michajlovna Kuznetzova, die Leiterin des Raumfahrtzentrums dem Ulmer Theaterbotschafter und seiner Frau zeigte.

Von ihr erhielt Dentler inzwischen das schriftliche Versprechen, dass er als erster Kulturschaffender der Erde ein kulturelles Zentrum auf dem Mond aufbauen dürfe. "Da ich das wohl nicht mehr erlebe, werde ich diesen Auftrag an meine Nachkommen weitergeben", lachte der Erzkomödiant beim NUZ-Gespräch. "Ich freue mich sehr, in unserer Stadt einen Vertreter des deutschen Theaters kennenzulernen, der bereits beim Besuch unseres Theaters in Ulm gezeigt hat, dass er weiß, was die deutsch-russische Freundschaft am meisten prägt, die Kultur. Wir sind und bleiben seelenverwandt", meinten Samaras Erster und Zweiter Bürgermeister Oleg Igorevich und Ekaterina V. Gorbunova beim Empfang im Rathaus.

Zusammen mit dem Besuchsorganisator Dr. Alexey Prokaiev, den Intendanten Evgeny Drobyshef und Natalia Nosova sowie dem Kulturbeauftragten der Stadt Samara, Alexander Dorofeev, wurden Pläne besprochen, wie man den kulturellen Austausch verstärkt fördern kann.

Sowohl bei den Verantwortlichen der Stadt als auch bei der Bevölkerung wurden die deutschen Kulturbotschafter "mit einer Gastfreundschaft empfangen, die schon fast nicht mehr von dieser Welt zu sein schien", erzählte Thomas Dentler, der "mit einem Herzen voller Pläne" nach Deutschland zurückgekehrt ist.

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