1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Kultur in der Friedrichsau: „Indauna“ geht in die zweite Runde

Ulm

14.06.2019

Kultur in der Friedrichsau: „Indauna“ geht in die zweite Runde

Auf die Bühne im Liederkranz kommt wieder Leben.
Bild: Alexander Kaya

Auch diesen Sommer gibt es wieder kostenlose Kultur in den Ulmer Biergärten Teutonia und Liederkranz. Für 2020 haben die Organisatoren noch größere Pläne.

Im vergangenen Sommer startete der Verein „Indauna“ mit einem ambitionierten Programm und den beiden Vorsitzenden Thomas Kienle und Oxana Arkaeva den Versuch, die Friedrichsau als Veranstaltungsort wiederzubeleben. Der zweite „Indauna“-Sommer beginnt am Sonntag, 16. Juni, um 14 Uhr. Bis etwa 21 Uhr wird damit experimentiert, im Liederkranz bei Gratis-Eintritt Sport und Musik zusammenzubringen – mit Boule (auch Boccia oder Pétanque genannt) und ab 18 Uhr mit Rock und Pop der Gruppe First Flash.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Mehr als 1000 Besucher nahmen die 25 Veranstaltungen des ersten „Indauna“-Sommers wahr, berichtet Oxana Arkaeva, die inzwischen als Kulturreferentin der Stadt Blaustein arbeitet. Die Stimmung der Besucher habe sie als ausgesprochen positiv erlebt: Zwischen Ende Juni und Ende Oktober kam Publikum jeden Alters in den Liederkranz und in die Teutonia. „Die Idee, die Friedrichsau und insbesondere den Liederkranz und die Teutonia als Veranstaltungsorte wieder in die Stadtgesellschaft zu bringen, ist angekommen“, sagt sie. Auch aufgrund von Sponsoren und der tatkräftigen Arbeit von Vereinsmitgliedern stehe „Indauna“ finanziell gut da.

Die Stadt Ulm möchte kein Geld in den Liederkranz stecken

Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass die Stadt Ulm vorerst – wie schon im Vorjahr – nicht in bauliche Renovierungsmaßnahmen des Liederkranz-Gebäudes investieren möchte. „Es gab Gespräche mit zuständigen Personen“, die seien aber „ohne große Bewegung geblieben“, bedauert sie. „Indauna“ habe Architektenmeinungen eingeholt, die einerseits bestätigen, dass aus dem Liederkranz-Gebäude ohne Zusage der Stadt nichts werden könne, andererseits aber, dass das Ensemble bundesweit einzigartig und erhaltenswert sei. Als reiner Biergarten ist der Liederkranz auch wegen der Situation der sanitären Anlagen längerfristig nicht mehr zu betreiben, sagt Arkaeva, und auch als reine Party-Location könne er nicht funktionieren, weil die Wege durch die Friedrichsau abends so dunkel sind, dass sich Frauen ängstigen. Die einzige Chance für den Liederkranz bestehe darin, ihn zu einer kulturellen Spielstätte umzubauen. „Denn die Gebäude und das Areal bieten einerseits eine geschlossene Einheit und sind trotzdem frei zugänglich.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

2020 sollen Profis und Laien in Ulm gemeinsam Musiktheater machen

Sie selbst würde sehr gerne mit „Indauna“ weitermachen, sagt die ausgebildete Opernsängerin, die früher am Theater Ulm festes Ensemblemitglied war und anschließend Kulturmanagement studierte. Allerdings würden die Indauna-Vorsitzenden für die Spielzeit 2020/21 gern von den kleineren Veranstaltungen gerne weggehen zu einem „Think big“: mit einer großen Musik-Theater-Produktion mit Profis und Laien. Dabei solle zudem das Konzept eines Kultur-Rundgangs angestrebt werden. 2020 stehe Ulm schließlich unter dem Motto „Innovation feiert Jubiläum“, sagt Arkaeva. Da sollen die historischen Veranstaltungsorte in der Au dabei sein.

Lesen Sie auch: „Evita“ in Ulm: Die Legende der heiligen Heuchlerin

Die aktuelle „Indauna“-Spielzeit 2019 werde vom Wochenende an bis Dezember gehen und grundsätzlich ohne Eintrittskosten sein, wobei Spenden willkommen sind. Von Vorlese-Aktionen für Kinder über Rock und Klassik bis hin zu Theater-Events wird Unterschiedlichstes im Programm sein. Nur eine Ausnahme gibt es: Am 27. Juli spielen ab 15 Uhr Urgesteine der Rockszene aus Ulm und der Region ein etwa siebenstündiges Open Air im Liederkranz. Für das Konzert von Andy Susemihl & Friends, von Gono Cocks, den Banksters, von Välscher und Exodus – bei jeder Witterung – werden die Tickets zwischen 12 und 20 Euro kosten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren