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Weißenhorn

14.05.2015

Kulturnacht: Eine Stadt zeigt Charakter

Andreas Kierndorfer ließ im Stadttheater den Engel Aloisius auf Kurt Tucholsky treffen.
Bild: Andreas Brücken

Tausende Besucher genießen einen Abend lang die vielfältigen Angebote – und scheuen nicht den Vergleich mit der großen Schwester.

An insgesamt 31 Orten, verteilt vom Unteren Tor bis zum oberen Ende der Memminger Straße, gab es allerlei zu entdecken: Mit der offiziellen Eröffnung um 19.30 Uhr auf der Bühne am Hauptplatz drängten sich bereits die ersten Besucher, um das Angela-Merkel-Double, die Schauspielerin Kathi Wolf, zu sehen. Mithilfe von Perücke und orange-farbenem Blazer verpackte die gebürtige Ulmerin in rund 20 Minuten aktuelle politische Debatten in Songs wie „Angie“ von den Rolling Stones und „Alles nur geklaut“ von den Prinzen. „Denn, liebe Weißenhorner, auch als Kanzlerin darf man sich mal bereichern.“

Kurz darauf wurde es im Stadttheater bayerisch. Mit Lederhose und Engelsflügeln gab der Biberacher Hotelier Andreas Kierndorfer das selbst geschriebene Einmann-Theaterstück „Engel Aloisius trifft Kurt Tucholsky“ vor voll besetzten Rängen. Im breiten Münchner Dialekt kombinierte Kierndorfer alias Engel Aloisius Grantlertum mit Satire und enthüllte dabei das ein oder andere Geheimnis. „Glaubt ihr denn, das 7:1-Ergebnis beim WM-Halbfinale war Zufall? Nein, da hab ich mit dem Engel Gabriel eine Wette abgeschlossen, dass im Münchner Hofbräuhaus wieder mehr Japaner sitzen als echte Münchner.“ Nach verlorener Wette habe der Lichtengel ihm diesen Wunsch erfüllen müssen. „Aber danach hat der Gabriel gesagt, dass es ab jetzt keine Wetten mehr gibt. Also ist ‚Wetten, dass …’ abgeschafft worden.“

Etwa zur selben Zeit gab der Satiriker Florian L. Arnold in der Stadtbücherei Einblicke in sein nächstes Buchprojekt. Der Liedersammler Eberhard Hohl begleitet die Veranstaltung, die wegen großen Andrangs nicht zwei Mal, sondern gleich drei Mal angeboten wurde. Doch auch musikalisch war einiges zu entdecken. Während auf dem Schlossplatz die Band „Run For Cover“ Bekannt-Rockiges für Jung und Alt zum Besten gab, begann im Weißenhorner Schloss die „Schlossromantik“. Das Gesangsduo Anna Biberacher und Regina Ströbele musizierte zusammen mit dem Trio Insolito im Sitzungssaal des Rathauses. Auch hier war jeder Platz innerhalb von Minuten besetzt.

Vor dem Saal sah sich Michaela Meier in der Zwischenzeit das umfangreiche Programm durch. Nach dem Auftritt des Elternchores des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums ging es für sie nun zur nächsten Veranstaltung. „Die Kulturnacht wird super angenommen. Weißenhorn hat auch einfach Charakter. Ich komme gerne immer wieder zurück“, sagte sie. Eine der späteren Veranstaltungen des Abends kam vom Männergesangsverein „Liederkranz“. Bei Brotzeit und Apfelmost aus dem Garten des Vorsitzenden Paul Silberbaur luden die Sänger sowie Mundartdichter German Schwehr „zom Zualosa und zom Lacha“. Auch hier waren die zahlreichen Zuschauer voll des Lobes. „Mir gefällt die Kulturnacht gut“, so Besucherin Claudia Raab, die extra aus Ulm gekommen war. „Kultur, Literatur, Musik – es ist ein sehr vielfältiges Programm. Ich finde, die Weißenhorner Kulturnacht steht Veranstaltungen wie der in Ulm in nichts nach.“

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