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Airbus-Debatte

22.04.2015

Kulturnacht: Mitmachen ja, Werbung nein

Organisatoren und Teilnehmer einigen sich auf einen Kompromiss. Doch der gilt nur für dieses Jahr

Ist der Konflikt um die Kulturnacht jetzt beendet? Bei einem runden Tisch, zu dem Ulms Kulturbürgermeisterin Iris Mann ins Rathaus eingeladen hatte, haben sich Organisatoren und Kulturakteure am Montagabend auf einen Kompromiss geeinigt, der von allen Beteiligten getragen wird: Es wird eine gemeinsame Kulturnacht geben. Die Akteure, die sich nicht mit dem Sponsor Airbus Defence & Space identifizieren können, nehmen zwar an der Veranstaltung teil, werden jedoch nicht in die Werbemaßnahmen eingebunden. Darüber informierten das Organisationsteam der Kulturnacht und der Arbeitskreis Kultur in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Der Kompromiss soll einen Schlussstrich ziehen unter die Diskussion der vergangenen Wochen. Mehrere Kulturinstitutionen – etwa die Volkshochschule Ulm, der Jazzkeller Sauschdall und der Verein „KunstWerk“ – hatten sich aus der Kulturnacht zurückgezogen. Grund dafür war das finanzielle Engagement der Rüstungssparte von Airbus für die Veranstaltung. Zuletzt hatte die Debatte an Schärfe gewonnen: So machten Pläne für eine Art Gegen-Kulturnacht die Runde – eine Idee, die von den Organisatoren der „echten“ Kulturnacht kritisiert wurde. Die Rede war von „Trittbrettfahrern“, die die Infrastruktur des Events nutzten, ohne selbst eingebunden zu sein. Selbst in den Ulmer Kulturausschuss hatte es das Thema geschafft: Die Freien Wähler wollten gar per Eilantrag erreichen, dass sich die Stadt wegen der Querelen aus der Kulturnacht zurückzieht. Die Debatte verletze die 2500 Mitarbeiter von Airbus.

Nun also das Friedenstreffen, zu dem Bürgermeisterin Mann den Neu-Ulmer Kulturdezernenten Ralph Seiffert, das Organisationsteam der Kulturnacht, den Sprecherrat des „Arbeitskreises Kultur“ und Akteure der freien Szene, die sich zuletzt über die Medien zu Wort gemeldet hatten, geladen hatte. Doch allzu friedlich ging es dort zunächst nicht zu: Offenbar wurde hart verhandelt, konträre Meinungen trafen aufeinander. Doch in einem waren sich die Teilnehmer einig: Die Kulturnacht ist eine wichtige Veranstaltung für die Ulmer und Neu-Ulmer Kulturschaffenden und soll trotz unterschiedlicher Standpunkte eine gemeinsame Plattform für alle Akteure bleiben. Darauf baut auch der Kompromiss auf, der den Kritikern des Airbus-Sponsorings die Beteiligung an Organisation und Einnahmen der Veranstaltung ermöglicht, ohne mit dem Logo des Rüstungskonzerns in Verbindung gebracht zu werden. Über diesen Vorschlag werden nun alle potenziellen Teilnehmer informiert. Dass alle Kritiker wieder an Bord sind, bedeutet der Kompromiss aber nicht: Nach unseren Informationen bleiben einzelne Kulturschaffende bei ihrem kategorischen Nein. Eine Gegenveranstaltung ist aber offenbar endgültig vom Tisch.

Einen Haken hat der Kompromiss jedoch: Er ist nach Aussagen der Organisatoren ein „Ausnahmefall“ und gilt nur für die Kulturnacht 2015, die am 19. September stattfindet. Der Sponsoringvertrag mit Airbus läuft aber noch bis einschließlich 2016. Eine Arbeitsgruppe sich soll in den kommenden Wochen mit den zukünftigen Rahmenbedingungen der Finanzierung der Kulturnacht beschäftigen. (az/mgo)

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