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Weißenhorn

18.01.2019

Kunst im Heimatmuseum: Der Himmel über Weißenhorn

Ehrenpreis für einen wichtigen Künstler: (Bild oben) Museumsleiter Matthias Kunze (links) gratuliert Norbert Riggenmann. In der Ausstellung: (unten von rechts) Arbeiten von Josef Feistle, Marianne Mostert und bunte Kinderbilder.

Die Jahreskunstausstellung in der Fuggerstadt richtet – inspiriert von Rokokomaler Franz Martin Kuen – den Blick nach oben. Diesmal sind weniger Künstler dabei als zuletzt.

Es ist noch kein Franz Martin Kuen vom Himmel gefallen. Die Deckenfresken des vor 300 Jahren in Weißenhorn geborenen Rokokomalers erlauben einen Blick in überirdische Sphären – die Themen der heutigen Kunst sind im Vergleich dazu eher profan. Vielleicht war das ein Grund, warum sich weniger Künstler als in den Vorjahren für den nun für den inzwischen nach Kuen benannten Kunstpreis des Heimat- und Museumsvereins Weißenhorn beworben haben: Schließlich lautete das vorgegebene Thema „Himmelhochjauchzend“. Die zugehörige Ausstellung wird am heutigen Freitag, 18. Januar, um 19 Uhr im Heimatmuseum eröffnet.

68 Arbeiten haben es in die diesmal auf das Erdgeschoss konzentrierte Schau geschafft – von 16 erwachsenen Künstler sowie von 35 Kindern und Jugendlichen. Museumsleiter Matthias Kunze vermutet einen anderen Grund für das geringere Interesse: die Tatsache, dass die Ausstellung wegen der folgenden Schau zum Kuen-Jubiläum einen Monat früher beginnt als sonst, wodurch auch die Bewerbungsphase kürzer war. Selbst Künstler Norbert Riggenmann, Mitglied im Beirat des Museumsvereins, habe nach eigenen Aussagen den Abgabetermin beinahe verschwitzt, sagt er augenzwinkernd.

Norbert Riggenmann bekommt einen Ehrenpreis

Jetzt ist er mit seinem „Kuen fraktal II“, einer Dekonstruktion eines Kuen-Freskos in Acryl und Öl, dabei – und Träger eines Ehrenpreises. Den hat er sich Kunze zufolge längst verdient: Riggenmann habe in den vergangenen Jahren immer starke Arbeiten abgegeben, sei aber beim Kunstpreis durch seine Mitarbeit in der Jury nicht zum Zug gekommen. Die Träger des „normalen“ Kunstpreises und des Jugendkunstpreises werden erst bei der Vernissage bekannt gegeben.

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Unter den im Museum gezeigten Arbeiten sind einige gelungene. So kombinierte der Fotograf Josef Feistle Nahaufnahmen von textilen Details aus Kuen-Fresken zu einem Triptychon, das im Raum sofort die Blicke auf sich zieht. Bei Malerin Marianne Mostert geht es mit einem Trampolinsprung aus einem gefängnisartigen Raum in die (himmlische?) Höhe, wohingegen Georg Hieber in seiner satirischen Fotoarbeit den Gegensatz „Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ auf die unbestreitbaren Vorzüge eines vollen Weißbierglases gegenüber einem leeren herunterbricht. So von wegen Himmel der Bayern.

Überwiegend bunt geht es bei den Kindern und Jugendlichen zu, aber auch da gibt es originelle Ansätze: Die 15-jährige Ana Micanovic zeigt den „Durchbruch“ von Farben durch die graue Maske eines Gesichts, bei der 18-jährigen Ina Rembold wendet sich „Der gefallene Engel“, tätowiert mit Satansymbolen, wieder dem himmlischen Licht zu. Vielleicht hat ihn ja ein Gemälde Franz Martin Kuens bekehrt.

Bis 3. März, geöffnet Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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