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Ulm

30.06.2020

Landesgartenschau kommt: Wo Ulm sich radikal verändert

2030 ein grüner Park? Der südliche Abschnitt des künftigen Gartenschau-Geländes reicht vom Blaubeurer Tor bis zur Donau undumfasst unter anderem die Ehinger Anlagen, das Ehinger Tor (Foto).
Bild: Alexander Kaya

Plus Langsam wird deutlich, wie die Landesgartenschau 2030 staugeplagte Verkehrsachsen in grüne Boulevards verwandeln könnte. Erste Ideen liegen nun vor.

Es sind fast noch zehn Jahre hin, bis in Ulm die Landesgartenschau steigt. Doch wer nun einen Blick auf erste Ideen wirft, stellt fest, dass für die mitunter radikalen Einschnitte der Planungshorizont einer Dekade nicht übertrieben ist. Baubürgermeister Tim von Winning stellte am Dienstag im Vorfeld der Bauausschusssitzung des Ulmer Gemeinderats erste Entwürfe von drei Planungsteams vor.

Lesen Sie hier dazu einen Kommentar:

Ulm kann die Bausünden der Vergangenheit beseitigen

Landesgartenschau kommt: Wo Ulm sich radikal verändert

Die Gruppen aus Landschaftsarchitekten, Verkehrs- und Stadtplanern wurden „vier Tage auf der Wilhelmsburg eingeschlossen“, wie es von Winning ausdrückte, um drei unterschiedliche „Visionen“ zu entwerfen, wie das „Grüne Band“, das sich zur Landesgartenschau von der Wilhelmsburg zum Blaubeurer Tor über das Ehinger Tor bis hin zur Donau schlängeln soll, aussehen könnte.

Die besondere Herausforderung aus Sicht des Baubürgermeisters: Nur im Bereich der Wilhelmsburg sind klassische Grünflächen vorhanden, wie man sie sich bei einer Gartenschau gemeinhin vorstellt. Etwa zwei Drittel der vorgesehenen Fläche befinden sich entlang der „heftigen Achse“ der B10, die in Teilen von bis zu 100000 Autos und Lastern täglich passiert wird. Diese Zahl werde sich in zehn Jahren nicht wesentlich verändern. Dennoch müsse es nun darum gehen, diese „Stadtautobahn“ auch „stadtverträglich“ zu gestalten.

Grüne Boulevards für Ulm?

Die spannendste Erkenntnis der Planungswerkstatt aus Sicht des Baubürgermeisters ist es, dass die B10 nicht in allen Abschnitten gleich behandelt werden müsse. Es könnten in Teilen Boulevards entstehen, wo der Verkehrsdruck nicht ganz so hoch ist. Vom Ehinger Tor in Richtung Wagnerstraße etwa, seien verkehrsberuhigende Maßnahmen wie in der Karlstraße denkbar. Und die von vielen Häusern aus der Gründerzeit geprägte Wagnerstraße („eine der schönsten Straßen Ulms“) werde ohnehin unter Wert verkauft.

Das sind Ideen für die Landesgartenschau

Das sind – sehr verkürzt – zentrale Ideen der Teams: Ein Entwurf sieht vor, den Kreisverkehr Blaubeurer Tor derart umzubauen, sodass das historische Bauwerk ohne Straßenquerung in die Glacisanlagen entlang des Dichterviertels eingebunden werden kann. Auch der Söflinger Kreisel/Hindenburgring könnte verändert werden, um Grün- und Sportflächen zu gewinnen. Der Radverkehr, so die Idee, könnte per Brücke über die Kreuzung geführt werden. Ein anderes Team will eine Fahrrad-Brücke mit einem Aussichtsturm verbinden.

Das Ehinger Tor ist einer von drei Abschnitten der Planungen. Vor dem Scholl-Gymnasium (unten) könnte eine Grünfläche entstehen.
Bild: Alexander Kaya
Eine Radüberführung über die B10 plus Aussichtsturm ist angedacht.

Auch für den Bereich Ehinger Tor bis hin zum Bismarckring gibt es Vorschläge. Angedacht ist etwa ein „Klimaplatz“ zwischen Schillerstraße und Scholl-Gymnasium mit dem Ehinger Tor als identifikationsstiftende neue Mitte. Die Neue Straße und die Zinglerstraße sollen in einem Entwurf jeweils in einen Zweirichtungsverkehr umgebaut werden. Dadurch könne das Wirrwarr am Bismarckring auf zwei Knoten mit geringerem Flächenbedarf reduziert werden. Ein anderes Team will das Blaubeurer Tor durch kräftige Bebauung entlang der B10 zu einem „erlebbaren Stadteingang“ für Ulm werden lassen. Auch gibt es den Vorschlag, das Ehinger Tor komplett autofrei zu gestalten, indem die Erschließung der Innenstadt von Süden und Südwesten neu geordnet wird. Die Zinglerstraße mit Zweirichtungsverkehr wäre so einzige Zufahrt zur Innenstadt für den Individualverkehr. Eine verkehrsberuhigte Achse könnte über das Ehinger Tor hinaus bis in die Wagnerstraße hinein verlängert werden.

Hier sieht der Baubürgermeister den Knackpunkt

Ein „großer Knackpunkt“, so ahnt von Winning, könnte der Umbau des Blaubeurer Rings werden. „Aufwand und städtebaulicher Gewinn“ müssen in Einklang gebracht werden. Die „Visionen“ werden zunächst in der neuen Bahnhofspassage ab 17. Juli zu sehen sein. Und detailliere Verkehrsgutachten müssten nun entstehen, um zu sehen was wirklich an Änderungen bis 2030 möglich ist.

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