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Landkreis Neu-Ulm

29.06.2020

Landkreis Neu-Ulm: Fünf infizierte Schüler – 100 Menschen in Quarantäne

An der Weststadtschule in Neu-Ulm haben sich zwei Schüler aus verschiedenen Klassen mit dem Coronavirus infiziert. Zudem sind drei weitere Kinder im Landkreis betroffen.

Plus In wenigen Tagen haben sich fünf Kinder an Schulen und Kitas mit dem Coronavirus infiziert. Wie Landrat Thorsten Freudenberger das bewertet.

Viele Schüler haben sich gefreut, als sie nach langen häuslichen Lernwochen wieder in den Unterricht und wenigstens ein paar Freunde wiedersehen durften – doch für einige von ihnen ist es damit nun schon wieder vorbei: Sie sind in Quarantäne. Wie berichtet, stiegen die Zahlen infizierter Schüler im Landkreis Neu-Ulm in den vergangenen sieben Tagen an, momentan gibt es von insgesamt zehn Corona-Fällen im Kreis fünf infizierte Kinder in Schulen und Kindertagesstätten. Inwieweit die Pfingstferien ein Auslöser waren, ist unbekannt. Bislang kann lediglich einer der Fälle mit einem vorangegangenen Urlaub im Kosovo in Verbindung gebracht werden. Das Landratsamt Neu-Ulm zumindest informierte im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz schon mal, wie Eltern sich nach den Sommerferien verhalten sollten.

Fünf infizierte Kinder bedeuten gleichzeitig, dass knapp 100 Menschen im Landkreis deswegen in Quarantäne sind. Das sind zum einen Klassenkameraden, Kita-Gruppen, Lehrer und Erzieher. Und zum anderen Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandte. Was bedenklich stimmt: Der Ausbruch beschränkt sich keineswegs auf nur eine Schule, sondern ist verteilt auf den Kreis. Infiziert sind nach Angaben des Landratsamts zwei Schüler aus zwei Klassen der Weststadtschule in Neu-Ulm, eine Schülerin der Grundschule Senden-Ay, ein Kind an der Kita St. Michael in Vöhringen. Zudem gibt es ein weiteres mit dem Coronavirus infiziertes Kind, das jedoch bereits zu Hause war. Zum Vergleich: Bei insgesamt zehn Infektionen sind insgesamt 116 Menschen in Quarantäne – die Schulfälle machen also den Großteil aus. Diese Zahlen meldete Dr. Stephanie Kurz vom Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Bei 20.000 Schülern nur ein Bruchteil infiziert

Andererseits, so betont es Schulamtsdirektor Ansgar Batzner, gebe es im Landkreis rund 20.000 Schüler und Kita-Kinder, da seien fünf Fälle im Promille-Bereich. Der Hygieneplan werde an Schulen eingehalten, nur deswegen seien die fünf Fälle in der Relation gesehen auch Einzelfälle, beschwichtigt Batzner. Er wolle auch ausdrücklich Schülern, Lehrern und Eltern danken, die allesamt die Maßnahmen wie Schichtunterricht, Maskenpflicht, Abstand und Hygiene unterstützen und ausführen.

Landkreis Neu-Ulm: Fünf infizierte Schüler – 100 Menschen in Quarantäne

Landrat Thorsten Freudenberger möchte gerne das große Ganze im Blick behalten. Der Landkreis habe viel getan und stehe in der Bilanz der vergangenen drei Monate recht gut da, im internationalen Vergleich sei man sogar mit am besten durch die Krise gekommen. Langsam fallen die Maßnahmen weg, er begrüße die beginnende Normalität in Schulen und Kindergärten ausdrücklich. Und trotz der steigenden Fälle in den Schulen sei man weit von den kritischen Fallzahlen entfernt, deswegen gebe es keinen Grund, in Panik zu geraten. „Es muss wieder losgehen, aber vorsichtig“, sagt Freudenberger, „denn es ist nicht vorbei, wir stecken immer noch mitten in einer Pandemie.“ Deswegen sei auch Sorglosigkeit ein Fehler. „Wir befinden uns auf dünnem Eis, es ist ein täglicher Spagat.“ Freudenbergers Fazit: Lockern ja, aber mit Umsicht und Wachsamkeit. Und wenn etwas passiert – siehe die aktuellen Fälle –, dann müsse sofort gehandelt werden.

Hier sehen Sie ein Video von der Pressekonferenz:

Falls die Pfingstferien doch ein Corona-Auslöser gewesen sein sollten, baut der Landkreis schon einmal vor. Schließlich stehen gleichzeitig die Sommerferien vor der Tür. Klar ist: Wer in einem durch das Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet Urlaub macht, muss danach in der Regel nach Rückkehr in den Freistaat Bayern zwei Wochen lang in Quarantäne. Das betreffe erst einmal jeden. Ansgar Batzner hat jedoch einen speziellen Schul-Wunsch: Eltern sollten bitte auch die Schulen und Kitas informieren, wenn sie gegen Ende der Sommerferien aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurückkommen.

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