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21.03.2009

Landkreis will bei Problemkindern frühzeitig hinschauen

Landkreis Fast ständig geistern drastische Fälle von Misshandlung, Vernachlässigung oder Gewalt gegen Kinder durch die deutsche Medienlandschaft und auch in der Region werden immer wieder tragische Begebenheiten in diesem Zusammenhang publik. Verstärkt werden in der vergangenen Zeit seitens der Politik Forderungen nach sozialen Frühwarnsystemen laut.

Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages hat nun einstimmig die Konzeption für eine koordinierende Kinderschutzstelle (Koki) im Landkreis Neu-Ulm beschlossen. Die Verwaltung wurde bei der Sitzung beauftragt, einen entsprechenden Förderantrag für zwei Vollzeitstellen für die Jahre 2009 und 2010 beim Bayerischen Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, zu stellen. Das Ministerium könnte nach einem ersten Richtlinienentwurf 40 Prozent der Personalkosten übernehmen. "Im Bereich des Jugendamts werden wir künftig draufsatteln müssen", erklärte Landrat Erich Josef Geßner bei der Sitzung im Neu-Ulmer Landratsamt.

Zielgruppe der Maßnahmen sollen besonders auch werdende Mütter oder Mütter von Kindern unter drei Jahren sein, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Kinder aus sogenannten belasteten Familien sollen unter anderem durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Organisationen der Gesundheitshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe besonders geschützt werden.

Wie es in dem Sitzungspapier heißt, sollen die Fachkräfte der Koki das Netzwerk aus allen sozialen Einrichtungen, die sich in der Region mit Familien befassen, koordinieren und steuern. Die Eltern sollen "institutionsübergreifend" unterstützt und die Hemmschwellen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, gesenkt werden.

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Helmut Schmidt, Leiter des Erziehungs- und Jugendhilfeverbund Donau-Iller (EJV), gab zu bedenken, dass die Stelle weniger einen "Eingreif- oder Kontrollcharakter", sondern mehr einen präventiven Charakter haben solle.

"Wir müssen Eltern das Gefühl geben, dass sie ganz tolle Arbeit leisten", so Schmidt. Landrat Geßner betonte daraufhin, dass es noch ungelöste Probleme gebe und die Förderrichtlinien geprüft werden müssten. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, wie weitere Berufsgruppen, zum Beispiel Hebammen, mit in die Arbeit der Kinderschutzstelle eingebunden werden könnten.

Er bedankte sich bei den Teilnehmern eines vorausgegangen "Arbeitskreises Mitwirkung" und ermutigte sie, motiviert weiter zu arbeiten. "Damit uns kein Kind verloren geht", hob Geßner hervor.

Die beschlossenen Maßnahmen zum Kinderschutz schlugen sich dann auch, neben anderen Aspekten, bei den Vorberatungen für den Haushaltsentwurf des Jahres 2009 nieder. Mit einem Betrag in Höhe von 7 065 456 Euro Gesamtausgaben ist ein im Vergleich zu 2008 (5 972 942 Euro) deutlich erhöhtes Budget angesetzt.

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