Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Leben, Wohnen und weniger Freizeit

12.02.2015

Leben, Wohnen und weniger Freizeit

Es wird bereits kräftig aufgebaut in den Messehallen. 400 Aussteller – davon viele Unternehmen aus der Region – ab Samstag zeigen auf 28000 Quadratmetern Fläche ein breites Angebotsspektrum.
Bild: Andreas Brücken

Die traditionsreiche Ulmer Frühjahrsmesse zieht Jahr für Jahr weniger Besucher an. Warum der Veranstalter trotzdem zufrieden ist und an das Konzept glaubt

Die Macher der Frühjahrsmesse, die dieses Jahr im Winter stattfindet, sind bescheiden geworden: 70000 Besucher erhofft sich Rainer K. Vogel, der Chef der Ulmer-Ausstellungsgesellschaft (UAG) und Mann hinter der „Leben - Wohnen - Freizeit“ (LWF). Von Gurkenhobeln, Neuwagen über die Showbühne bis hin zum Jalousiensienexperte: Ab Samstag soll wieder ein bunter Strauß an Ausstellern auf das Ulmer Messegelände locken. Das hat schon mal besser funktioniert: In den Anfangsjahren der 1963 debütierenden Frühjahrsmesse war der Besuch so etwas wie ein Pflichttermin jeder Familie. Freilich unter anderen Voraussetzungen: Die LWF zog wie Freibier in einer Zeit, als die Zahl der Fernsehprogramme noch einstellig war und Computer ein Fremdwort. Seit Jahren befindet sich die LWF – rein an den Besucherzahlen gemessen – im Abwärtstrend: 2000 waren es noch 120000 Besucher, 2007 kamen 90000 und im vergangenen Jahr nur noch 80000. Und jetzt gibt sich die UAG sogar mit 70000 zufrieden.

Doch Messemacher Vogel will nicht jammern, er ist sich bewusst, dass das typische Nachkriegsprodukt Frühjahrsmesse immer größerem Konkurrenzkampf ausgesetzt ist. Jedes neue Einkaufszentrum zieht im Grunde Besucher ab. „Und wir sind noch immer mit Abstand die größte Messe in der Region“, sagt Vogel. 400 Aussteller präsentieren dieses Jahr auf 28000 Quadratmetern ihr Produkte und Dienstleistungen. „Wir sind komplett ausgebucht.“

Dass im Vergleich zu den vergangenen Jahren weniger Aussteller (sonst waren es immer um die 500) Fläche buchten, sei dem Umstand geschuldet, dass Halle vier nicht zur Verfügung steht. Hier trainieren inzwischen dauerhaft die Leichtathleten der Region.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Trotz nachlassender Besucherzahlen sieht die städtische Ulm-Messe GmbH als Vermieter des Geländes, keinen Grund zu Klage. „Die Veranstaltung ist gut aufgestellt“, sagt Messe-Chef Jürgen Eilts. Ein begrenztes Freizeitkontingent bei immer mehr Möglichkeiten seine Zeit jenseits der Erwerbsarbeit zu gestalten führe zwangsläufig zu Besucherrückgängen. Kommendes Jahr, so ist Eilts überzeugt, werde durch die Eröffnung der Glacis-Galerie der Kampf um Kunden für die Messen noch härter. Doch insbesondere für „Häuslesbauer“ hätte eine Messe wie die LWF nach wie vor enormen Nutzwert: Statt von einem Fensterbauer zum anderen zu fahren, gibt es auf dem Ulmer Messegelände gleich fünf oder sechs nebeneinander.

Bauen und sanieren steht auch dieses Jahr im Mittelpunkt der 44. Ausgabe der LWF: 12000 der insgesamt 28000 Quadratmeter widmen sich dem Thema. Gewachsen im Vergleich zum Vorjahr ist der Bereich „Bella Italia“. Noch mehr Erzeuger und Händler aus verschiedenen Regionen des „Stiefels“ bieten Spezialitäten, Lebensmittel und Mode an. Ebenfalls gewachsen ist die Ausstellung „Kunstschimmer“, eine Präsentationsplattform für unterschiedlichste Künstler. Der Gedanke dahinter: Ein breites Publikum anzusprechen, für Kunst zu interessieren und es den Menschen leicht zu machen, Kunst für sich zu entdecken. Wer genug Fotografie, Skulpturen, Konzeptkunst und Co. gesehen hat, kann sich wie gehabt in der Gastro-Halle den Bauch voll schlagen – dem seit Jahrzehnten heimlichen Star der LWF. Auch auf dem Freigelände werden sich einige Aussteller tummeln. Am auffälligsten: Ein Baukran mit „Air Emotion-Flugdrachen“ führt bei möglicherweise frostigen Temperaturen hoch über das Ulmer Messegelände. Der ungewöhnlich frühe Termin für die Messe, die normalerweise immer im März oder April stattfand, kam durch Terminüberschneidungen zustande, wie Vogel erklärt. Als Nachteil sieht er das nicht: Wenn der Frühling noch nicht mit seinen Reizen locke, sei das ein ideales Messewetter.

Die 44. Frühjahrsmesse Leben-Wohnen-Freizeit (LWF) geht von Samstag, 14. Februar bis Sonntag, 22. Februar.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren