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27.06.2009

Lehrstuhl für Forensik wird gegründet

Ulm/Günzburg (pm) - Ein Lehrstuhl für Forsensik soll in Kooperation der Uni Ulm mit dem Bezirkskrankenhaus Günzburg gegründet werden. Dies war das zentrale Ergebnis einer der wichtigsten bundesdeutschen forensischen Tagungen in diesem Jahr: Im Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg kamen knapp 200 Experten des Maßregelvollzugs zusammen, um über den Stand der Forschung und Therapie zu diskutieren.

Die Veranstaltung "Forensische Psychiatrie - Vom Schlusslicht zum Scheinwerfer" war von der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am BKH Günzburg und der Sektion Forensische Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm gemeinsam organisiert worden.

Professor Dr. Klaus-Michael Debatin, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Ulm, stellte die Kooperation in den Mittelpunkt: Der zu gründende Lehrstuhl für forensische Psychiatrie und Psychotherapie werde mit der Klinikleitung in Günzburg gekoppelt.

"Wir erwarten uns davon eine große Schlagkraft", so Debatin. Auch Professor Thomas Becker, Leitender Ärztlicher Direktor des BKH Günzburg und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, ging auf die Bedeutung dieses Vorhabens ein.

Lehrstuhl für Forensik wird gegründet

"Für die öffentliche Wahrnehmung der Psychiatrie spielt die Forensik eine wesentliche Rolle", so Becker. Der Bedeutung dieser Rolle müsse man auch durch verstärkte Anstrengungen im Bereich der Forschung gerecht werden. Erforderlich seien rechtsmedizinische-forensische Kompetenzzentren. So wird dann in Günzburg künftig Forschung und Versorgung noch enger verbunden. Wie Professor Friedemann Pfäfflin, Sektion Forensische Psychotherapie am Uniklinikum Ulm sagte, habe sich die akademisierte Forensik lange beschränkt: "Das Augenmerk lag lange nicht auf der Therapie und Ursachenforschung, sondern auf der Gutachtertätigkeit." Es gehe jedoch darum, Patienten nicht nur zu verwahren, sondern auch zu therapieren.

Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, richtete seinen Dank an den Freistaat Bayern.

Die förderrechtliche Bewilligung des Neubaus der Günzburger Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie mit 96 Betten und einem Bauvolumen von rund 25 Millionen Euro stehe unmittelbar bevor.

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