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Neu-Ulm/Memmingen

08.04.2021

"Lenas Bioladen": Prozess um Drogenhandel auf dem Postweg startet heute

Mehrere Kilogramm Drogen soll das angeklagte Trio auf diesem Weg verkauft haben.
Foto: A. Kaya (Symbol)

Plus 8700 Verkäufe von Drogen soll unter anderem ein Ehepaar aus Blaustein in Briefen von Neu-Ulm aus verschickt haben - unter dem harmlos klingenden Namen "Lenas Bioladen".

Drei mutmaßliche Drogenhändler aus Baden-Württemberg sollen Rauschgift im Internet angeboten und die Abnehmer dann auf dem Postweg von Neu-Ulm aus beliefert haben. Die zwei Männer und eine Frau müssen sich von Donnerstag (8.30 Uhr) an vor dem Landgericht Memmingen verantworten.

In dem Verfahren geht es um rund 8700 Verkäufe von Cannabisprodukten. Insgesamt sollen die Angeklagten etwa 51 Kilo der Drogen in Briefen verschickt und so 740.000 Euro verdient haben. Das Trio soll laut Anklage das Rauschgift auf mehreren Handelsplattformen im sogenannten Darknet angeboten haben - unter anderem unter dem harmlos klingenden Namen "Lenas Bioladen".

Prozess um Drogenhandel: Beschuldigtes Ehepaar kommt aus Blaustein

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 42-Jährigen aus Blaustein (Alb-Donau-Kreis) und dessen 34 Jahre alte Ehefrau. Der dritte Verdächtige ist ein 32-Jähriger aus Trochtelfingen im Landkreis Reutlingen. Die Angeklagten haben sich nach Angaben des Gerichts bislang zu den Vorwürfen nicht geäußert. Die beiden Männer sind in Untersuchungshaft.

Die zentrale Ermittlungsstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte gegen das Trio ermittelt. Nachdem die Angeklagten die Drogen auch über Briefkästen in Neu-Ulm verschickt haben sollen, wurde der Fall in Bayern angeklagt und wird in Memmingen verhandelt. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage geplant, ein Urteil könnte im Mai verkündet werden.


Einen ähnlich spektakulären Ermittlungenerfolg landete die Cybercrime-Abteilung bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg vergangene Woche. Unter Mithilfe der Neu-Ulmer Kriminalpolizei wurde eine internationale Betrügerbande ausgehebelt. Im Kosovo kam es zu 18 Festnahmen. (AZ/dpa)

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