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Senden

07.04.2021

Lernen auf dem Flur: Modernes Konzept für Sendens neue Grundschule

Das derzeitige Schulzentrum an der Langen Straße von oben. Am rechten Bildrand in der Mitte soll einmal die neue Grundschule entstehen.
Foto: Alexander Kaya (Archivfoto)

Plus Ein gemütlicher Flur zum Lesen und daneben die Klassenzimmer: Die künftige Grundschule an der Langen Straße soll eine "Clusterschule" werden. Das bedeutet, dass Kinder fast wie daheim in der Wohnung lernen.

Lernen und lesen auf dem Flur: Die neue Grundschule an der Langen Straße soll eine besondere werden. Oder anders gesagt: Sie soll das sein, was man in der Pädagogik von einer modernen, zeitgemäßen Schule erwartet. Christine Kröner, Schulleiterin an der Engelhardt-Schule, hat kürzlich das entworfene Konzept für die neue Bildungseinrichtung vorgestellt. Denn wie berichtet, wird die Grundschule im neu geplanten Sendener Schulzentrum entstehen, weil die Schülerzahlen in Senden steigen - was auch an den vielen neuen Wohneinheiten liegt, die in den kommenden Jahren in Senden gebaut werden.

Die Lehrer versuchten auch jetzt schon an der Engelhardt-Schule, den Flur in die tägliche Arbeit mit einzubeziehen, doch das funktioniere nicht immer. "Ein Grund dafür ist, dass er kalt und laut ist", so Kröner. Doch die Idee an sich begeistere viele, deswegen habe man sich entschieden, ein neues Konzept an der künftigen Grundschule umzusetzen. Mit einem Team hat Kröner sich die groben pädagogischen Züge für die geplante Grundschule überlegt, denn bei den Anträgen Richtung Regierung von Schwaben muss zumindest mitgeteilt werden, welche und wie viele Räume benötigt werden. Wie berichtet, soll die neue Schule wohl zudem - zumindest zunächst - als eine Art Filialschule in einem Schulverbund mit der Engelhardt-Schule geführt werden. Das ist jedoch noch nicht entschieden und kann auch später noch verändert werden.

Senden baut eine "Clusterschule" am Schulzentrum

Die Entscheidung fiel also auf ein Modell namens "Clusterschule". Diese sei aufgebaut wie eine Wohnung, die Lerncluster genannt wird. "Es gibt einen Flur, der von allen genutzt wird und drumherum liegen die Klassenzimmer", erklärt Kröner. Auf das Thema Wohnung ging sie noch weiter ein: Es werde immer mehr zunehmen, dass die Kinder länger in der Schule verweilen - dann sollte diese auch gemütliche Seiten haben, eben wie eine Wohnung.

Innerhalb der Schule wird es drei Lerncluster geben: Jeweils die A-Klassen aus jeder Jahrgangsstufe (1a, 2a, 3a, 4a) teilen sich also eine "Wohnung" oder bilden eine Art "Schule in der Schule". Der Vorteil sei, dass die Schüler sich dadurch gut kennen - auch über die Stufen hinweg. Wie Christine Kröner erklärt, hat jede Klasse dabei noch ihr eigenes Klassenzimmer, das jedoch funktional eingerichtet sei - also mit Tischen und Stühlen zum Lernen. "Alles andere, was Spaß macht, findet draußen statt", so Kröner. Da gebe es neben dem Flur, in dem gelesen oder ausgeruht werden kann, weitere Räume zur Differenzierung und Förderung. Zudem einen sogenannten Marktplatz: Diesen Raum könnten alle gleichzeitig oder einzeln nutzen, etwa zum Lesen, Spielen, Kochen. Möglich sei es, einzelne Räume mit einer Scheibe zu trennen, so könne der Lehrer immer die Aufsicht gewährleisten - auch für einzelne Lerngruppen. Neben den einzelnen Räumen pro Cluster gibt es einige gemeinsame, beispielsweise die Aula oder für die Verwaltung und den Hausmeister.

Neue Grundschule in Senden wird wohl dreizügig

Die neue Grundschule wird vermutlich dreizügig werden, also pro Jahrgang die Klassen a bis c bekommen. Berechnungen der Stadt Senden zufolge sollen im Schuljahr 2025/26 insgesamt 214 bis 290 Kinder dort unterrichtet werden. Denn Senden wachse, wie Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf auch in einer digitalen Bürgerveranstaltung verdeutlichte. Das liege zum einen an neuen Wohneinheiten: 140 in der Unteren Au, 160 an der ehemaligen Spinnerei, 340 im neuen Baugebiet "Am Stadtpark" und 40 am Gänsäcker. Zudem werde der Ortskern nachverdichtet und "es kommen zurzeit einfach mehr Kinder auf die Welt".

Doch bereits jetzt gebe es Platzprobleme, deswegen sei die neue Schule dringend nötig. Sie kostet inklusive einer einzelnen Turnhalle geschätzt knapp zwölf Millionen Euro, wobei die Stadt mit 50 Prozent Zuschüssen rechnet. Das Beste daran: Wegen des pädagogischen Konzepts werden auch die Flure mit gefördert - anders als bei anderen Schulen. Zurzeit feilen Architekten an konkreteren Plänen einzelner Gebäude im Schulzentrum, im Jahr 2022 soll der Bau von Grundschule mit Turnhalle und Dreifachturnhalle beginnen.

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