1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Leserwanderung nach Roggenburg: Die NUZ nimmt ihre Leser mit

Weißenhorn/Roggenburg

18.04.2019

Leserwanderung nach Roggenburg: Die NUZ nimmt ihre Leser mit

Es leicht bergauf und bergab, der Wald wird dunkler und lichter – und dann ist der Blick auf das Ziel zum ersten Mal frei: Die erste Leserwanderung zum 70-jährigen Bestehen der Neu-Ulmer Zeitung führt von Weißenhorn zum Kloster Roggenburg.
5 Bilder
Es leicht bergauf und bergab, der Wald wird dunkler und lichter – und dann ist der Blick auf das Ziel zum ersten Mal frei: Die erste Leserwanderung zum 70-jährigen Bestehen der Neu-Ulmer Zeitung führt von Weißenhorn zum Kloster Roggenburg.
Bild: Sebastian Mayr

Ein ruhiger Weg führt durch den Wald von Weißenhorn zum Kloster Roggenburg. Die Höhepunkte warten gegen Ende der Route – und kommen dafür gleich haufenweise.

Der Wald ist mal lichter und mal dunkler. Wo die hohen Bäume dicht stehen, kann auch der Vormittag so wirken wie die Abenddämmerung. Dann führt der Weg aus dem Wald heraus und der Blick ist frei auf den letzten Höhepunkt der Route, der mit 550 Metern über Normalnull zugleich der höchste ist: Kloster Roggenburg.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Exakt 8,2 Kilometer lang ist der Fußweg, der an der Bushaltestelle Waldfriedhof in Weißenhorn beginnt und vor dem Portal der Roggenburger Klosterkirche endet. 150 Höhenmeter müssen Fußgänger auf der Strecke bewältigen. Am Donnerstag, 25. April, wird Tourguide Volker Korte vom Schwäbischen Albverein Leser der Neu-Ulmer Zeitung auf diesem Weg begleiten. Denn die NUZ wird in diesem Jahr 70 Jahre alt und nimmt ihren Geburtstag zum Anlass, ihre Leserinnen und Leser auf Wanderungen durch den Landkreis einzuladen – gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein (SAV) und der Donau-Iller-Nahverkehrverbund-GmbH (Ding). Die Leserwanderung von Weißenhorn nach Roggenburg ist die erste von drei Touren, die eins gemeinsam haben: Die Wanderer fahren mit Bahn und Bus von Neu-Ulm zum Start – und mit Bus und Bahn vom Ziel zurück nach Neu-Ulm. Mit dabei sind Redakteure der Neu-Ulmer Zeitung.

Leserwanderung von Weißenhorn zum Kloster Roggenburg

Wer es spektakulärer und felsiger will, muss sich auf der anderen Seite von Donau und Iller auf den Weg machen. Die Landschaft um Weißenhorn und Roggenburg ist ruhig, die Hügel und Anstiege sind sanft. Die Route war die Lieblingstour eines verstorbenen SAV-Wanderführers, der in Senden lebte. Er nahm Volker Korte vor drei Jahren zum ersten Mal mit auf den Weg. Jetzt ist es Korte, der andere mitnehmen will. „Es gibt viele Kleinigkeiten, an denen man erst einmal vorbeigeht“, sagt der 68-Jährige. Die kleinen Biotope zum Beispiel – Weiher am Wegesrand, von Schilf und anderen Pflanzen umwachsen. Auch die hölzernen Wegweiser zur Wannenkapelle stehen bisweilen unauffällig zwischen den Baumreihen.

Leserwanderung nach Roggenburg: Die NUZ nimmt ihre Leser mit

Auch interessant: Auftakt zur Radsaison: Unterwegs auf dem „Donautäler“

Die vielen Wegkreuze zwischen Weißenhorn und Roggenburg sind so etwas wie Vorboten für die Höhepunkte, die im letzten Drittel der Strecke warten. Da, wo der Weg den weichen Waldboden verlässt und auf Asphalt weiterführt. Die Wannenkapelle, noch heute Wallfahrtsort, ist der erste. Die Schweden, heißt es, knüpften im Dreißigjährigen Krieg einen Pater an einer Eiche auf. Der Mann, Franz Doser, hatte sich als Bauer verkleidet, um als Priester in der Gegend fortzuwirken. Die Muttergottes, so erzählt es die Geschichte, bewahrte ihn vor dem Tod. Einer der Schweden fand ihn bei seiner Rückkehr lebend am Baum und hieb den Strick mit seinem Schwert ab. Die Wannenkapelle soll an die Errettung des Paters erinnern, der später Abt zu Roggenburg wurde. Erst kurz vor seinem Tod soll Franz Doser die Geschichte einem Mitbruder offenbart haben. Dosers Nachfolger als Abt ließ daraufhin an der bezeichneten Stelle im Wald eine Kapelle errichten. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Zufluchtsort für Menschen in Not und fromme Bettler immer beliebter, schreibt Anton H. Konrad in einem Heft, das die Geschichte der Kapelle erzählt.

70 Jahre Neu-Ulmer Zeitung: Leserwanderung mit dem Schwäbischen Albverein

Bei der Säkularisation 1802 wurde das Prämonstratenser-Kloster Roggenburg, in dem Franz Doser Abt war, aufgehoben, 180 Jahre später kehrten die Chorherren dorthin zurück. Der Weg von der Wannenkapelle zum Kloster führt am Roggenburger Stiftweiher und dem Turmuhrenbauer Pechmann vorbei bis direkt vors Portal der Klosterkirche. Wo die Tour endet, ist Definitionsfrage. In der Kirche? Bei der Einkehr? Oder doch erst im Bus zurück nach Weißenhorn? Denn zur Geschichte des Handwerksbetriebs Pechmann gehört auch die Turmuhrenfabrik Philipp Hörz – 2004 von Gordian Pechmann übernommen und vier Jahre später nach Biberach umgezogen. Wer auf dem Rückweg nach Weißenhorn aus dem Busfenster schaut, kann das Gebäude nicht übersehen.

Lesen Sie auch: Passion für die Passion: Lebendiger Kreuzweg am Karfreitag

Treffpunkt für die Leserwanderung ist am Donnerstag, 25. April, um 9.15 Uhr am Eingang des Bahnhofs Neu-Ulm. Die Rückfahrt mit dem Bus beginnt um 13.47 Uhr in Roggenburg – oder eine Stunde später. Die Wanderungen sind gratis, die Kosten für Ding-Gruppentickets werden auf die Teilnehmer umgelegt. Wer schon eine Jahreskarte oder Ähnliches hat, ist bei diesen Kosten außen vor. Ist die Zahl der Interessenten für die Wanderung zu groß, gibt es einen Zusatztermin: Freitag, 26. April. Wer kein Mitglied des SAV ist, genießt unterwegs keinen gesonderten Versicherungsschutz. Anmeldung telefonisch unter der Nummer 07023/71568 bei Tourguide Volker Korte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren