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Neu-Ulm

06.02.2020

Lessing-Gymnasium: Freie Wähler dämpfen die Euphorie

Unmittelbar neben der Mark-Twain-Schule im Hintergrund soll das neue Lessing-Gymnasium entstehen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Während sich die CSU freut, fürchten die Freien Wähler weitere Verzögerungen beim Schulbau sowie höhere Kosten

Ist jetzt bei den Plänen für einen Neubau des Lessing-Gymnasiums ein Durchbruch erzielt worden oder nicht? Gibt es gar keine „Ideallösung“, wie Landrat Thorsten Freudenberger noch vor einer guten Woche schwärmte?

Die Freien Wähler (FW) meinen Nein. „Das ist kein glorreicher Durchbruch gewesen“, kritisierte jetzt gegenüber der Presse der FW-Fraktionsvorsitzende Kurt Baiker. Seine Gruppierung glaubt zu wissen, was nun getan werden müsste, damit die Dinge einen guten Gang gehen.

CSU findet Einigung beim Lessing-Gymnasium prima

Andere sind da deutlich zuversichtlicher. Die Stadtrats- wie die Kreistagsfraktion der CSU haben dieser Tage eine Erklärung verbreitet, die sich geradezu euphorisch liest. Stadt und Kreis hatten zuvor eine Absichtserklärung verabschiedet, in der das weitere Vorgehen festgelegt wird. Darin wird festgelegt, dass sich das neu zu bauende Gymnasium im Gebiet Wiley Nord zusammen mit der benachbarten Mark-Twain-Grundschule und der FOS/BOS ein bereits bestehendes Sportgelände teilt und zusätzlich eine neue Sechsfach-Turnhalle errichtet wird. Dazu muss eine bestehende, sanierungsbedürftige Zweifach-Halle aus den 60er-Jahren plattgemacht werden. Stadt und Kreis vereinbarten, „die Planungen auf dieser Grundlage voranzutreiben“.

Die Entscheidung zum Lessing-Gymnasium hat lange gedauert

Die CSU spricht in diesem Zusammenhang von einem „guten Verhandlungsergebnis“, das bedauerlicherweise „aus verschiedenen Gründen“ sehr lange Zeit in Anspruch genommen habe. Umso größer sei die Freude, dass nun ein wichtiger Schritt gelungen sei. „Nun gilt es, die Planungen im Sinne der Schulfamilie schnell voranzutreiben“, lässt sich der Stadtratsfraktionschef Johannes Stingl zitieren. Alle Seiten hätten sich aufeinander zubewegt. Nun setze man „bei der staatlichen Schulbauförderung auf eine positive Entscheidung der Regierung“, so Stingl und der christsoziale Kreistagsfraktionsvorsitzende Erich Winkler.

Freie Wähler: Nur vage Formulierungen zum Gymnasium

Aus Sicht der Freien wurden da vergangene Woche im zuständigen Landkreis-Ausschuss, der die Einigung von Stadt und Kreis absegnete, nur „vage Formulierungen“ verabschiedet. Kurt Baiker fehlt „der Startschuss, der Wille zur Umsetzung“. Die Freien Wähler fürchten, dass der Gymnasiums-Neubau, für den jetzt 69 Millionen Euro veranschlagt seien, noch deutlich teurer werde – und das könne sich der Landkreis nicht leisten. Schließlich habe er noch etliche andere teure Aufgaben zu bewältigen, etwa den Neubau des Landratsamtes oder seinen Kostenanteil an Sanierung oder Neubau des Illertisser Kollegs der Schulbrüder.

Lessing-Grundstück soll helfen, Kosten zu decken

Deshalb schlägt Susanna Oberdorfer-Bögel, Landratskandidatin der Freien Wähler, vor, das Grundstück an der Augsburger Straße, auf dem die alte Schule steht, zu verkaufen und das Geld für den Neubau zu verwenden. Das ist juristisch nicht unkompliziert, wie sie und OB-Kandidat Roland Prießnitz einräumen: 1972 wurde die Immobilie im Zuge der Gebietsreform für 50 Jahre von der Stadt an den Kreis übertragen. Wenn sie nicht mehr „für den ursprünglichen oder einen vergleichbaren Zweck verwendet wird“, müsse sie zurückgegeben werden. Die FWG taxiert den Wert auf rund 3,5 Millionen Euro – so viel soll das Grundstück für den Schul-Neubau kosten.

Damit der Preis für das zu errichtende Gymnasium nicht laufend steige, wie etwa bei der Sanierung des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums Weißenhorn, sollte vorher exakt festgelegt werden, was benötigt werde. Und dann müssten die Kosten rigoros gedeckelt werden. Ohnehin sei bei der Planung auf Zweckmäßigkeit zu achten, fordert Baiker und greift deshalb zu einem Auto-Vergleich: „Uns reicht ein Golf, wir brauchen keinen SUV.“

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