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22.05.2019

Letzte große Premiere im Theater Ulm

Schauspieldirektor inszeniert Georg Kaiser

Wie leicht so ein Leben aus der Bahn geraten kann: Eben noch war der Kassierer ein funktionierendes Rädchen im Getriebe, schon ist er ein Verbrecher: Georg Kaisers Stück „Von morgens bis mitternachts“ erzählt, wie ein einfacher Mann dem Gefängnis seines Daseins entflieht, ausgelöst von der flüchtigen Berührung einer feinen Dame. Morgen, Donnerstag, 23. Mai, um 20 Uhr, hat das 1912 entstandene Stationendrama Premiere im Theater Ulm: die letzte Produktion der Spielzeit 2018/19 im Großen Haus – die gleichzeitig für einige Mitglieder des Schauspielensembles den Abschied aus Ulm markiert.

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Das gilt vor allem für Fabian Gröver, der in der Inszenierung von Schauspieldirektor Jasper Brandis die Rolle des Kassierers übernimmt. Der gebürtige Dortmunder, seit 2010 am Theater Ulm, wechselt nach der Spielzeit nach Saarbrücken. Auch Franziska Maria Pößl und Lukas Schrenk, die – wie alle anderen Darsteller – mehrere kleine Rollen übernehmen, sagen nach „Von morgens bis mitternachts“ Adieu zur Münsterstadt.

Außerdem spielen Marie Luisa Kerkhoff, Nicola Schubert, Benedikt Paulun, Christel Mayr, Stephan Clemens, Gunther Nickles und Maurizio Micksch, dazu die Statisten des Theaters. Für die Ausstattung zeichnet Andreas Freichels verantwortlich, der schon die vorherigen Arbeiten von Regisseur Brandis im Großen Haus (unter anderem „Die Krönung Richards III.“) begleitete.

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„Von morgens bis mitternachts“ folgt seiner Hauptfigur auf ihrer (tragischen) Reise zu mehreren Stationen, unter anderem auf den Friedhof, zu einem Sechstagerennen und in ein Ballhaus. Es gilt als eines der wichtigsten Bühnenwerke des Expressionismus, der immer wieder nach der Rolle des Individuums in der Welt fragte. Der 1878 geborene Autor Georg Kaiser war zwischen 1922 und 1933 der meistgespielte Dramatiker Deutschlands. Er flüchtete 1938 vor den Nationalsozialisten in die Schweiz, wo er 1945 auch starb.

Heute sind seine 70 (!) Stücke nur noch selten zu sehen. Das Staatstheater Augsburg spielte in der zu Ende gehenden Saison unter dem Titel „Gas“ drei seiner Stücke in einer Produktion. (mgo)

Karten für die Premiere und die folgenden Vorstellungen sind an der Theaterkasse, Telefon 0731/161-4444, oder online auf theater-ulm.de erhältlich.

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