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Neu-Ulm

16.02.2015

Liebesspiel auf Parkplatz bringt 32-Jährigen hinter Gitter

Ein 32-Jähriger aus Neu-Ulm muss für fünf Monate in den Knast. Er hatte Sex auf einem Parkplatz.
Bild: Matthias Hiekel (dpa)

Nachdem ihn die Polizei beim öffentlichen Sex mit seiner Freundin erwischt hatte, rastete ein Neu-Ulmer aus. Jetzt muss der 32-Jährige für fünf Monate hinter Gitter.

Eine Mischung aus Alkohol, Drogen und einer gehörigen Portion männlicher Sexualhormone haben einem jungen Mann mächtigen Ärger mit der Justiz und nun auch einen Aufenthalt im Gefängnis eingehandelt.

Der 32-jährige Neu-Ulmer wurde vor dem Amtsgericht von Richterin Gabriele Buck zu fünf Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Wegen „vorsätzlichen Vollrausches“. Diesen Straftatbestand ziehen Staatsanwälte gerne dann zurate, wenn der Angeklagte zum Zeitpunkt seiner Verfehlungen übermäßig berauscht war.

Und das war der nun Verurteilte fraglos: 2,7 Promille Alkohol und dazu die Wirkstoffe von Cannabis und dem Heroinersatz Methadon hatte er an jedem Abend im Mai im Blut, als es zu einem folgenschweren Aufeinandertreffen mit der Polizei kam. Diese war in die Bahnhofstraße in Neu-Ulm gerufen worden, weil sich ein Pärchen auf einem öffentlichen Parkplatz sexuell miteinander vergnügt haben soll – während sich nur wenige Meter entfernt dort auch Kinder aufhielten.

Die Beamten erwischten daraufhin den liebeshungrigen 32-Jährigen mehr oder weniger in flagranti mit seiner ebenfalls stark betrunkenen Freundin, die kaum ansprechbar auf dem Asphalt lag. Vollgepumpt mit Drogen, Alkohol und Testosteron legte sich der Mann daraufhin mit den Polizisten an, beleidigte diese wüst, trat nach ihnen und einem Scheinwerfer des Polizeiwagens, in dem er aufgrund seiner Aggressivität schließlich abtransportiert werden sollte.

Angeklagter war lange alkoholsüchtig

Vor Gericht konnte er sich an all das nur noch nebulös erinnern, gab aber reumütig zu, dass er sich „danebenbenommen“ habe, er sich dafür schäme und ihm das Ganze leidtäte. Grund für den „Ausrutscher“ sei der Rückfall in alte Gewohnheiten gewesen. „Ich war lange alkoholsüchtig, war aber zu diesem Zeitpunkt trocken“, erklärte der 32-Jährige.

Doch an jedem Tag habe er gemeinsam mit seiner neuen Liebschaft, mit der erst zwei Wochen zuvor zusammen gekommen war, wieder zur Flasche gegriffen. „Mindestens eine Flasche Wodka“ im Zusammenspiel mit Methadon und Cannabis hätten bei ihm, der seit seinem 16. Lebensjahr drogenabhängig ist, schließlich dazu geführt, dass sämtliche Hemmungen fielen. „Das ist eigentlich gar nicht meine Art“, beteuerte er.

Gericht: Guter Eindruck, aber zu viele Vorstrafen

Auch deswegen habe er kurz nach dem Vorfall die noch junge Beziehung wieder beendet. Seither sei er wieder alkoholfrei, und Anfang März habe er einen Termin für eine Methadonentgiftung. „Ich bin auf dem besten Weg, mein Leben in den Griff zu kriegen“, erklärte der Neu-Ulmer, dessen Eltern vor dem Gerichtssaal warteten. Sowohl bei der Richterin als auch beim Staatsanwalt hinterließ er einen „überraschend guten Eindruck“. Doch sein mit 17 Einträgen prall gefülltes Vorstrafenregister sprach gegen ihn.

Er begehe „Straftaten am laufenden Band“, sagte der Staatsanwalt und bezeichnete den Angeklagten als „Berufstäter“. Auch Richterin Gabriele Buck sah eine „enorm hohe Rückfallgeschwindigkeit“ und verurteilte ihn zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe, die in seinem Fall nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne. In die Strafe mit eingerechnet wurden noch zwei weitere Anklagen wegen Schwarzfahrens.

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