1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Linie 2: Gut investiertes Geld

Kommentar

19.11.2018

Linie 2: Gut investiertes Geld

Die neue Straßenbahnlinie 2 geht am 9. Dezember in den Regelbetrieb.
Bild: Alexander Kaya

Der Start der Linie 2 nähert sich nun in raschen Schritten. Zum Glück, denn die Stadt wird von profitieren.

Es wird gerne geschimpft in diesen Zeiten. Die 270-Millionen-Euro-Investition in eine neue Straßenbahnlinie bildet hier keine Ausnahme. Zu teuer, heißt es immer wieder. Und vielleicht liegt es daran, dass mit Daimler einer der größten Arbeitgeber in der Region ausgerechnet mit Bussen seine Mitarbeiter in Lohn und Brot hält. Ist ja auch irgendwie verständlich, doch vollelektrische Busse können (noch) keine Straßenbahn ersetzen. Mitte des Jahres etwa erklärte die Stadt Mannheim – auch ein Evobus-Standort – einen Versuch für gescheitert. Also bleibt in Sachen Elektromobilität derzeit nur die Straßenbahn, sie stößt keine Emissionen aus und trägt so zum Klimaschutz bei. Die 270 Millionen sind sehr gut investiert.

Straßenbahnen fügen sich ins urbane Umfeld ein, ohne es zu zerstören: Ein einziger Straßenbahnzug befördert im Berufsverkehr genauso viele Menschen wie 145 durchschnittlich besetzte Autos, und das mit einer mehr als zehnmal besseren Energiebilanz. Außerdem gibt es Untersuchungen, dass der schienengebundene Verkehr auch Fahrgäste anlockt, die Busverbindungen skeptisch gegenüberstehen.

Das mag auch psychologische Gründe haben: Es ist allein optisch immer völlig klar, in welche Richtung sich eine Straßenbahn bewegt. Bei Bussen, die auf normalen Straßen fahren, muss der Fahrgast immer eine Nummer im Kopf haben, die ihn an sein Ziel bringt.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Mit der Fertigstellung der Linie 2 ist die Straßenbahn in der Region hoffentlich nicht am Ende: Ulm wird wohl in absehbarer Zeit die Linie 1 in Richtung Baugebiet Kohlplatte verlängern, wo 4000 neue Wohnungen entstehen sollen. Und auch über einen Anschluss von Wiblingen wird im Ulmer Rathaus bereits laut nachgedacht.

Fraglich ist, ob Neu-Ulm nach dem gescheiterten Vorstoß im Jahr 2014 noch einmal dieses heiße Eisen anpackt. Klar scheint, dass eine neue „standardisierte volkswirtschaftliche Bewertung“ im stetig wachsenden Neu-Ulm des Jahres 2018 ein anderes Ergebnis als vor sechs Jahren ausspucken würde.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren