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Ulm

27.11.2016

Liqui Moly vor neuem Umsatzrekord

Das Ulmer Unternehmen Liqui Moly wird dieses Jahr voraussichtlich die 500-Millionen-Euro-Umsatzmarke knacken.
Bild: Andreas Brücken

Was Firmenchef Ernst Prost über die Erfolgsgeheimnisse seines Unternehmens sagt.

Es läuft wie geschmiert bei Liqui Moly: Wie Ernst Prost, der geschäftsführende Gesellschafter des Ulmer Schmiermittelherstellers, am Rande der Vorstellung von Ex-Boxer Axel Schulz (wir berichteten) als Botschafter für seine Stiftung sagte, werde dieses Jahr vermutlich die 500-Millionen-Euro-Umsatzmarke geknackt. „Die Firma wächst und gedeiht prächtig“, sagt Prost. Das Wachstum schließe auch den Ertrag sowie die Belegschaft mit ein. Allein dieses Jahr seien 45 neue Arbeitsplätze entstanden, sodass nun etwas mehr als 800 Menschen für die zwei Firmen der Gruppe – Méguin und Liqui Moly – arbeiten.

Knapp 300 Menschen seien am Hauptstandort in Ulm-Lehr beschäftigt. Damit setzt sich die Erfolgsgeschichte auch im kommenden Jahr fort, in dem Prost seinen 60. Geburtstag feiert: Seit Prost 1998 zum geschäftsführenden Gesellschafter wurde, kennen die Umsatzkurven nur noch eine Richtung: nach oben. 1999 lag der Umsatz noch bei 50 Millionen Euro – 2010 betrug er bereits mehr als das Dreifache – ohne den Umsatz des 2006 übernommenen Mineralölwerks Méguin in Saarlouis. Zwischen 2009 und 2015 stieg der Gesamtumsatz um 208 Millionen Euro auf 441 Millionen Euro und wurde in diesem Zeitraum beinahe verdoppelt.

Mittlerweile hat das Unternehmen rund 800 Mitarbeiter, ist in mehr als 120 Ländern vertreten und führt im Heimatmarkt vor riesigen Konkurrenten wie Shell, BP oder Castrol. „Liqui Moly ist in Deutschland eine Erfolgsgeschichte“, sagt Ernst Prost. „Die wollen wir jetzt im Ausland fortschreiben.“ Deutschland ist der Stammmarkt von Liqui Moly, wo 40 Prozent des Umsatzes erzielt werden.

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Während der heimische Markt bereits gesättigt ist und das Wachstum vor allem über Verdrängung stattfindet, ist die Entwicklung im Ausland dynamischer. Insbesondere schielt Liqui Moly auf China, Indien und insbesondere die Vereinigten Staaten. „Gerade in den USA drücken wir auf die Tube“, sagt Pressesprecher Tobias Gerstlauer. Dort habe Liqui Moly das Team fast verdoppelt auf 25 Mitarbeiter und das Sortiment mit speziell für diesen Markt entwickelten Produkten erweitert. Als Beispiel sei die „Truck-Series“ genannt. Wobei Truck nicht Lkw bedeutet, sondern Pick-ups. Russland ist nach wie vor der größte Exportmarkt. „Bemerkenswert ist, dass wir die Umsätze stabil halten; trotz Ukrainekrise und des starken Verfalls des Rubel“, so Gerstlauer. Quasi antizyklisch zur allgemeinen Wirtschaft ist auch die Entwicklung der Ulmer Firma in Großbritannien. Dem Brexit zum Trotz wachse Liqui Moly in diesem Markt ebenfalls.

Als weiteren Grund für den Erfolgskurs nennt Prost die Diversifizierung, also die Sortimentsausweitung. Systematisch würden an den Kern anschließende Geschäftsfelder besetzt. Das Sortiment an Motorradprodukten wurde etwa vor zwei Jahren stark ausgebaut. Die Marinelinie wurde dieses Jahr vom Stapel gelassen. Für Baumaschinen gibt es eine Vielzahl neuer Produkte. Sogar eigene Produktlinien für Oldtimer und Flugzeuge gibt es. Dieser Wissenstransfer funktioniere so gut, weil die grundsätzlichen technischen Anforderungen sehr ähnlich sind: Verbrennungsmotoren, Schmieren, Entfernen von Ablagerungen, Schutz vor Verschleiß und Pflegen. Dazu Ernst Prost: „Schlussendlich haben wir aber auch sehr viel Glück mit unserem Geschäftsmodell. Verbrennungsmotoren gibt es auf der ganzen Welt – und alle müssen geschmiert werden.“

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