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Ulm/Neu-Ulm

10.04.2019

Literaturwoche Donau: Alles aus Leidenschaft fürs Buch

Zwei Überzeugungstäter in Sachen Literatur: Rasmus Schöll (links) und Florian L. Arnold zeigen das Plakat der Literaturwoche Donau, die am 25. April beginnt.
Bild: Alexander Kaya

Die siebte Ausgabe der Literaturwoche präsentiert wieder unabhängige Verlage und bekannte Autoren in Ulm und Neu-Ulm. Eine Veranstaltung wird es aber nicht mehr geben.

Das gute Buch hat in der Doppelstadt zwei verlässliche Freunde: Rasmus Schöll und Florian L. Arnold, die Organisatoren der Literaturwoche Donau. Bereits zum siebten Mal geht die Reihe an verschiedenen Orten in Ulm und Neu-Ulm über die Bühne, dieses Jahr vom 25. April bis 5. Mai. „Dass wir so weit kommen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Arnold. „Aus dem kleinen Experiment ist ein veritables Festival mit überregionaler Wirkung geworden.“ Manches spricht dafür, dass diese Wirkung 2019 noch größer werden könnte, denn die kommende Auflage kann auch mit bekannten Namen punkten: So gehören beispielsweise Raoul Schrott („Erste Erde“) und Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke („Archipel“) zu den Gästen.

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Ein Festival wie die Literaturwoche Donau ist in Deutschland einzigartig

Das mit der Wirkung haben Buchhändler Schöll und Schriftsteller, Künstler und Journalist Arnold gerade erst auf der Leipziger Buchmesse gespürt. Inzwischen kommen die Verlage von sich aus auf sie zu, um ihre Autoren für Lesungen anzubieten. Auch große Spieler arbeiten mit den Ulmern zusammen: Suhrkamp schickt mit Philip Weiss einen Debütanten, der das Zeug hat, ein Großer zu werden; sein fünfbändiger Roman „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“ ist Schöll zufolge „eine intellektuelle Herausforderung, wenn nicht sogar eine Frechheit“. Die Besonderheit der Literaturwoche ist die Fokussierung auf die unabhängigen, also nicht zu Konzernen gehörigen Verlage – ein Festivalmodell, das in Deutschland wohl einzigartig ist. Gerade bei den kleinen Häusern, die Autoren aufbauen statt nur vermarkten, herrscht – allen Unkenrufen von der Krise des Buches zum Trotz – laut Schöll Aufbruchsstimmung: „Da beginnt etwas.“

Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke kommt nach Ulm

Wichtiger ist aber: Es ist schon vieles da. Groß ist daher die Bandbreite des Festivals. Da steht ein klassischer Intellektueller wie Raoul Schrott, der am 25. April in den Räumen der Museumsgesellschaft Ulm die Literaturwoche eröffnet, neben formal wagemutigen Schriftstellern wie Inger-Maria Mahlke (30. April, Stadtbibliothek) und Philip Weiss (5. Mai, Münsterturm) oder Imran Ayata (4. Mai, Casino am Weinhof), der in „Mein Name ist Revolution“ humorvoll mit Migranten- und Popkultur spielt. Ein Highlight für die Organisatoren ist die szenische Lesung mit Musik von Stefan Zweigs „Der Amokläufer“ (27. April, Museumsgesellschaft): Die Erzählung wird ein Teil eines Bandes, den ihr eigener Verlag Topalian & Milani vorbereitet. (Das gesamte Programm finden Sie hier.)

Literaturwoche Donau: Alles aus Leidenschaft fürs Buch

Das Bemerkenswerte an der Literaturwoche ist, mit welch geringen Mitteln die Organisatoren arbeiten: Das Budget beträgt nur rund 8000 Euro. Möglich wird das, weil Schöll und Arnold, mit Unterstützung ihres Vereins Literatursalon Donau, fast alles selbst machen, vom Booking bis hin zum Getränkeschleppen. Am Ende blieb in den Vorjahren höchstens ein „mikroskopisches Plus“ (Arnold) übrig, trotz sehr guter und 2018 erneut gewachsener Besucherzahlen. Denn ein Problem hat die Literaturwoche weiterhin: Es gibt zwar Kooperationspartner und etwas Geld von den beiden Städten, aber keine Sponsoren. Deswegen findet keine weitere Messe der unabhängigen Verlage statt, trotz der positiven Resonanz bei der Premiere 2018. Die Literaturwoche Donau ist weit gekommen, aber bräuchte noch Unterstützung.

Karten und Festivalpässe (ohne die Münsterturmlesung) gibt es bei Aegis, bei Fischerins Kleid und in der Stadtbibliothek Ulm, Einzeltickets für die Abende auch auf hier.

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