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Ulm

18.11.2019

Lockvogel deckt illegalen Welpenhandel über Ebay auf

So süß: Screenshot der originalen Anzeige mit den niedlichen Welpen.

Plus Die kleinen Hunde wurden im Internet äußerst günstig angeboten. Das ruft Tierschützerin auf den Plan.

Die Ulmer Polizei hat am Sonntag einem Händler, der übers Internet in Ulm offenbar illegal Welpen verkaufen wollte, das Handwerk gelegt. Eine große Hilfe war eine Tierschützerin. Sie fungierte als Lockvogel.

Melanie S. hatte bei Ebay Kleinanzeigen vier Pomeranien-Zwergspitzwelpen entdeckt, die in Ulm verkauft werden sollten – für 950 Euro das Stück. Da diese Rasse bei einem seriösen Züchter deutlich mehr kostet (1500 bis 2500 Euro pro Welpe), sei ihr dies „sehr verdächtig“ vorgekommen.

Tierschützerin als Lockvogel

Sie nahm Kontakt zu dem Verkäufer auf. Dann alarmierte sie die Polizei, die das Veterinäramt verständigte und die Ermittlungen vor Ort aufnahm. Um dem Händler auf die Schliche zu kommen, fungierte die Tierschützerin als Lockvogel. Da sie bereits Kontakt mit ihm hatte, habe sie mit diesem telefonisch für 18 Uhr ein Treffen in der Gutenbergstraße verabredet. Der Händler kam, aber auch die Polizei in zivil. Auf offener Straße sei die Übergabe erfolgt. Die Polizei habe die vier Welpen sicherstellen können.

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Vier kleine Welpen sicher gestellt

Gegenüber unserer Zeitung bestätigt die Polizei einen Einsatz wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Welpen in der Ulmer Oststadt. Näheres könne sie aber noch nicht mitteilen. Dafür nennt Melanie S. Details. Der Händler habe die zehn Wochen alten Welpen von Ungarn nach Deutschland eingeführt, was ein Verstoß gegen das Seuchenschutzgesetz sei, da Welpen mit frühestens zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden können. Und dann müssten weitere 21 Tage vergehen, bis Antikörper gebildet werden. Das heißt: Die kleinen Hundewelpen hätten legal erst mit 15 Wochen einreisen dürfen.

Im Gegenzug bedeutet dies, dass die Welpen mindestens die nächsten fünf Wochen in Tollwut-Quarantäne müssen. Außerdem habe dem Händler die Genehmigung zum Handeln mit Tieren gefehlt. Womöglich, so Melanie S., liege auch noch Sozialbetrug vor. (rau)

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