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Ulm

15.09.2015

Luchs kommt auf seinem Streifzug der Region ganz nahe

Ein Luchs kam auf seinem Streifzug durch das Land Ulm ziemlich nahe.
Bild: Holger Hollemann, dpa (Symbolfoto)

Mithilfe eines Senders verfolgen Experten gespannt den Weg eines Luchses vom Schwarzwald bis auf die Schwäbische Alb. Die Großkatze kam Ulm sehr nahe.

Gesehen hat ihn niemand, aber er war zweifellos da: Luchs „Friedl“ ist auf seiner langen Wanderung vom Schwarzwald quer durch Baden-Württemberg ganz nahe an Ulm herangekommen. Das hat die Auswertung der Daten ergeben, die über einen Peilsender regelmäßig an Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg gesendet werden.

Luchs "Friedl" kam sehr nahe an Ulm heran

Vor fünf Monaten war der zugewanderte Luchs im Mittleren Schwarzwald aufgetaucht. Das zwei bis drei Jahre alte Männchen mit dem wissenschaftlichen Namen B415 wurde mit einem Halsbandsender ausgestattet. Dieses übermittelt mehrmals am Tag über SMS-Nachrichten den Aufenthaltsort der Großkatze. Nach längerer Station im Schwarzwald hat sich „Friedl“, wie ihn die Wildtierexperten nannten, auf eine weite Tour begeben.

„Die bisherigen Daten zeigen, dass der Luchs sich vom Mittleren Schwarzwald bis nach Ulm und von dort aus weiter Richtung Stuttgart bewegt hat“, teilte Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) gestern mit. „Das zeigt uns, wo sich Wildtiere in unserer Landschaft gut bewegen können und wo sie auf Barrieren treffen.“ Autobahnen seien beispielsweise für viele Tiere ein unüberwindbares Hindernis. Die Daten aus dem Luchsmonitoring leisteten einen wertvollen Beitrag, um die Durchlässigkeit der Landschaft für Wildtiere zu verbessern, beispielsweise über Grünbrücken.

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Autobahn für viele Tiere ein unüberwindbares Hindernis

Mithilfe des Senders wollen die Wildtierexperten die Gewohnheiten der scheuen Tiere erforschen, die vor allem nachts unterwegs sind und die kaum ein Mensch zu Gesicht bekommt, höchstens mal ein Jäger. „Wir wollen feststellen, ob Luchse länger bei uns bleiben und welche Wege sie dabei nutzen“, erläutert Micha Herdtfelder von der FVA. „Friedl“ durchstreifte zunächst den Schwarzwald und nutzte regelmäßig eine Fläche von über 200 Quadratkilometern. Danach begab er sich auf Wanderschaft nach Osten. Nachdem er die A81 vermutlich unter der Neckartalbrücke querte und auf die Schwäbische Alb zog, lief er vor wenigen Tagen zwischen Blaubeuren und Ehingen (Alb-Donau-Kreis) auf Ulm zu. „In Ulm stand Friedl vor der ersten wirklich großen geschlossenen Siedlung auf seiner Wanderung, kehrte um und zog anschließend in nordwestlicher Richtung entlang der A8 bis Weilheim unter Teck“, berichtet Herdtfelder.

Die Experten verfolgen die Bewegungen des Tieres gespannt und hoffen, dass er weiterhin so geschickt die Straßen quert wie bisher. Bis April 2016 soll der Sender noch Daten schicken, bevor sich das Halsband automatisch löst und Friedl wieder unbeobachtet seiner Wege ziehen kann.

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11.09.2015

Dann kann man uns und dem Luchs nur wünschen, dass er keinen Wilderern in die Fänge gerät, wie es seinen Artgenossen Mitte Mai im bayerischen Wald geschah.

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