1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Magdalena Brzeska auf Talentsuche

Ulm

15.01.2014

Magdalena Brzeska auf Talentsuche

Magdalena Brzeska ist seit September Trainerin für rhythmische Sportgymnastik bei der TSG Söflingen. Für dieses Jahr hat sie sich einiges vorgenommen, denn sie hat in Ulm einige Talente gesichtet und ist stolz auf ihre Gymnastinnen. Ihre Trainingsphilosophie: „Ich will eine Freundin für die Mädchen sein.“
Bild: Alexander Kaya

Die 26-malige Deutsche Meisterin Magdalena Brzeska hat in Söflingen bereits einige begabte Mädchen entdeckt und hofft 2014 auf Medaillen.

In zwei Reihen stehen die acht vier- bis sechsjährigen Mädchen auf dem leicht schäbigen, hellbraunen Teppich in der Turnhalle der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Söflingen und schwingen ihre bunten Seile. Während Trainerin Evgenija Cherkasenko immer wieder bis vier zählt und Anweisungen gibt, schreitet Magdalena Brzeska im schwarzen Jogginganzug langsam durch die Halle und beobachtet die Mädchen genau. Ab und zu geht sie zu einer von ihnen hin und korrigiert die Stellung ihrer Füße oder die Haltung ihrer Schultern. Brzeska ist seit September 2013 Trainerin für rhythmische Sportgymnastik bei der TSG Söflingen. Inzwischen hat sich beim Training Routine eingespielt und die 35-Jährige hat mit den Ulmer Gymnastinnen bereits an zwei Wettbewerben teilgenommen. Für das Jahr 2014 hat sie große Ziele – denn sie hat in der Münsterstadt einige Talente gesichtet.

Turnerinnen trainieren bis zu sechs Mal die Woche

Brzeska hat mit ihrer Kollegin im vergangenen Jahr Schulen und Kindergärten besucht und einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Das Ergebnis: Mittlerweile betreiben ungefähr 25 Mädchen im Alter von vier bis 18 Jahren in Ulm rhythmische Sportgymnastik. „Das ist eine gute Zahl“, findet Brzeska – obwohl sie sich insgeheim noch mehr Gymnastinnen wünschen würde, doch dann bräuchte die TSG auch eine größere Halle. Die Mädchen sind in vier Gruppen aufgeteilt, differenziert nach Alter und Leistung. Die Turnerinnen der höchsten, das heißt, der Leistungsklasse, trainieren bis zu sechs Mal die Woche sechs Stunden am Tag. Drei dieser Mädchen sind sogar im Kader, das bedeutet, sie gehören zu den besten Deutschlands. Außerdem seien vor allem bei den jüngeren, den Sechs- bis Achtjährigen, schon einige vielversprechende Talente dabei, erzählt die gebürtige Polin: „Das ist eine sehr gute Gruppe.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Damit die Nachwuchsgymnastinnen den Spaß nicht verlieren und lernen, die Sportart zu lieben – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg, wie Brzeska sagt –, hat die 35-Jährige ihre ganz eigene Trainingsphilosophie: „Ich will eine Freundin für die Mädchen sein.“ Deshalb würde sie auch nur sehr selten schreien. „Und wenn ich das doch einmal mache, lachen nur alle.“ Brzeska möchte auf keinen Fall dem Ruf entsprechen, bei der rhythmischen Sportgymnastik würde es so streng zugehen.

Dennoch: Erfolg und Leistung sind ihr wichtig. Im März finden die Württembergischen Meisterschaften statt, bei denen es um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften geht. Brzeska rechnet fest mit der Qualifikation ihrer Mädchen und hofft sogar auf einige Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften. Das Potenzial dafür sei in Ulm vorhanden.

Ebenfalls wichtig sei es ihr, den Stellenwert der Sportart zu heben und ihren Bekanntheitsgrad zu fördern, sagt sie. Deshalb würde sie auch weiterhin öffentliche Auftritte, wie zum Beispiel im Dezember 2013 bei der RTL-Show „Let’s Dance“ absolvieren, und Events besuchen – obwohl die sportlichen Tätigkeiten klar im Vordergrund stünden. Zu diesem Anliegen passt es gut, dass sie nun zur Botschafterin für die Weltmeisterschaften im Jahr 2015 in Stuttgart ernannt wurde. Würde rhythmische Sportgymnastik populärer werden, könnten sich möglicherweise irgendwann auch noch andere Träume der Trainerin erfüllen: „Ich wünsche mir eine größere Halle, eine eigene Ballett-Trainerin – und einen neuen Teppich.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20G%c3%a4nstorbr%c3%bccke-2018-11-17-18-038.tif
Ulm/Neu-Ulm

So lief der tonnenschwere Test auf der Gänstorbrücke

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen