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19.10.2012

Magische Momente mit Mutter Natur

Ein magischer Moment wie im Märchen: Dieses prächtige Spinnennetz funkelte im Sonnenlicht, von Tausenden Wasserperlen bedeckt.
Bild: Manfred Deger

Heimatverein bietet Wanderern spektakuläre Ausblicke im Roggenburger Forst

Ingstetten „Rund um da Boga rum“ – unter diesem Titel stand eine Wanderung des Roggenburger Vereins für Heimatpflege. Jedes Jahr führt Altbürgermeister und Heimatforscher Adolf Thoma Interessierte zu einem Überraschungsziel von historischer Bedeutung: Heuer stand die Exkursion unter dem Motto „Einblicke und Ausblicke“ und zeigte den Teilnehmern spektakuläre und nicht alltägliche Ansichten. Jedes Jahr wird ein anderes Kulturgut besichtigt, etwa die Holzkunstwerke beim Ingstetter Waldpavillon oder die geheimnisvolle Saul im Unterroggenburger Wald.

Zwei Stunden folgten rund 30 Teilnehmer ihrem Wanderführer Thoma über einen Rundweg durch die Wälder von Roggenburg und Ingstetten. Dabei bildeten Natur und Geschichte eine spannende Symbiose. Die Wanderung begann am südlichen Rand des Roggenburger Waldes, wo von Ferne der „Glaserhof“, früher „Waldhauserhof“ zu sehen war. Der geschichtskundige Leiter der Expedition erinnerte daran, dass im heutigen Gut für historische Baustoffe noch vor etwa 220 Jahren unter Abt Adalbert Rauscher (1677 bis 1789) Glas geblasen wurde.

Weiter ging’s durch den schon herbstlich gefärbten Wald bis zur östlichen Landkreisgrenze am Oberegger Stausee. Vom erhöhten Uferweg konnte man den 33 Hektar großen See fast in seiner ganzen Ausdehnung erblicken. Er ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie der Roggenburger Weiher und hat heute eine große Bedeutung als Energiespender, der 1100 Haushalte mit Strom versorgt. Auch von der Ferne aus war zu beobachten, dass auf dem See reges Leben herrscht. Der See hat als Natur- und Vogelparadies eine wichtige Sammelplatzfunktion für zahlreiche Arten von Wasservögeln, erläuterte der Wanderführer.

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Wunder zeigen sich in besonderem Licht

Die Tour war mit zahlreichen Momenten gespickt, in denen sich die Wunder der heimischen Natur für kurze Zeit im besonderen Licht zeigten. Hier gab es ein funkelndes, mit 1000 Tauperlen bedecktes Spinnennetz zu sehen. Dort eine lichtdurchflutete Waldlichtung. Der Beobachter konnte unzählige Blicke und Augenblicke einfangen. Adolf Thoma ließ „rund um da boga rum“ Geschichte und Geschichten lebendig werden. „Der Verein für Heimatpflege hat das Ziel, das Bewusstsein für Natur und Geschichte unserer Heimat zu wecken“, erklärte er den Hintergrund der jährlichen Wanderung.

Unterwegs erklärte Landwirt und Naturkundler Ludolf Karletshofer, der Vorsitzende des Heimatvereins, den Wanderern die sie umgebende Fauna und Flora.

Man erfuhr, dass die einzelnen Fichten, welche den Orkanen Wibke und Lothar standgehalten hatten, deshalb nicht gefällt werden, weil sie als Samengeber für einen nachwachsenden – und möglichst stabilen – Wald dienen. Der Duft der Douglasien locke das männliche Rotwild zum „Fegen“ an: Die Tiere reiben an dem Nadelbaum mit Vorliebe ihre Geweihe ab, um sie später abzuwerfen.

Nach etwa zwei Stunden waren die Wanderer kurz vor Ingstetten „om da Boga rum“ und landeten bei einer gemütlichen Hockete im Ingstetter „Barfüßer“, wo Kaffee und Kuchen warteten. Sie sind alle schon gespannt, mit welcher Überraschung Roggenburgs Ehrenbürger Thoma im nächsten Jahr aufwartet.

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