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Ulm

04.09.2017

Mann tritt Loch in Fassade der Ulmer Synagoge

Gleich zwei Mal in einer Nacht wurde die Fassade der Synagoge am Weinhof beschädigt. Die Polizei sucht noch nach dem Täter.
Bild: Andreas Brücken

Der Unbekannte kehrt sogar noch einmal zurück, um die Wand erneut zu beschädigen.

Zwei Mal kam der Unbekannte zur Synagoge, zwei Mal beschädigte er die Hauswand. Die Tat geschah in der Nacht auf Samstag. Zum ersten Mal trat der Mann gegen 1.30 Uhr mit dem Fuß gegen die Fassade. Als drei junge Frauen die Treppen des Weinhofberges hochstiegen, gingen der Täter und ein Begleiter weiter in Richtung Blau und Schwilmengasse. Dreieinhalb Stunden später kehrte der Mann an die gleiche Stelle zurück und trat erneut gegen die Fassade – so heftig, dass er ein Loch in der Mauer hinterließ. Er war in Begleitung von sechs jungen Männern.

Sachbeschädigungen an der Synagoge sind für Rabbiner Shneur Trebnik nicht neu, aber er sagt: „Auf diese Art und Weise ist es das erste Mal.“ Zwar seien gegen das Gotteshaus am Weinhof bereits Flaschen geworfen worden, aber das sei nicht so gravierend gewesen wie dieser Vorfall. Bereits eine Woche zuvor gab es eine ähnliche Attacke. Ebenfalls in der Nacht auf Samstag schlug ein Mann mit einem Metallpfosten gegen die Fassade der Synagoge. Ob es sich hier um den gleichen Täter handelt, muss die Polizei noch ermitteln.

Die Beamten haben derzeit keinen Hinweis auf einen antisemitischen Hintergrund. Die Videoaufzeichnungen werden noch auswerten. Die Polizei ist auf der Suche nach einem rund 30-jährigen Mann. Er ist nach Angaben der Beamten 1,80 Meter groß und sportlich. Der Täter hat dunkle Haare. Auffällig sind zwei kleine Zöpfe, die er seitlich in seinen Haaren trägt. Außerdem hat der Mann einen Vollbart.

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Am vergangenen Wochenende trug er laut Polizei eine schwarze Hose, weiße Schuhe und ein rotes oder orangefarbenes Shirt. Darüber hatte er eine orangefarbene Jacke mit blauen Ärmeln an.

Bei der ersten Tat trug der Täter einen grünen Blouson, eine dreiviertel-lange Hose, halbhohe, dunkle Schuhe und ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck „81“. Diese Ziffernfolge wird von dem Motorrad- und Rockerklub Hells Angels benutzt. Wobei „8“ für „H“ und „1“ für „A“ stehen – nach der Position der Buchstaben im Alphabet. Ob es einen Zusammenhang zu dem Klub gibt oder ob der Täter nur zufällig ein solches T-Shirt trug, weiß die Polizei bislang nicht.

Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht exakt fest. Shneur Trebnik geht aber davon aus, dass die Reparatur der Fassade rund 3000 bis 4000 Euro kosten wird. Ob die Sachbeschädigung antisemitische Motive hatte, darüber möchte der Rabbiner nicht mutmaßen. Aber eines ist für ihn sicher: „Die Tat war gezielt und mit voller Absicht.“

Zeugen Wer Hinweise zu dem Täter oder der Tat geben kann, soll sich bitte an die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0731/1880 melden.

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