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Neu-Ulm

23.11.2018

Mario Barth bietet Hardrock statt Panflöte

Unverkennbar, das ist Mario Barth. Und sein neues Programm? Ist ebenso unverkennbar. Es geht wieder mal um Männer und Frauen und darum, dass sie unterschiedlich ticken.
Bild: Alexander Kaya

Auch im neuen Programm von Comedian Mario Barth steht seine offenbar recht anstrengende Partnerin im Mittelpunkt. Doch beim Auftritt in der Ratiopharm-Arena Neu-Ulm gibt es auch Neues.

Natürlich geht es wieder mal um die Hirnwindungen, die bei Mann und Frau nicht im Gleichtakt laufen. Das hatten wir schon bei „Caveman“. Hat doch zwischenzeitlich schon sooo einen Bart – und zwar einen mit dem Vornamen Mario. Dennoch: Was der Comedian in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena bot, ließ keinen Lachmuskel länger als ein paar Sekunden passiv verharren. Mehr als zwei Stunden lang präsentierte Mario Barth sein neues Programm, das „Männer sind faul, sagen die Frauen“ betitelt ist.

Gleich Eingangs setzte es einen lokalen Seitenhieb mit der Frage, ob Ulm seine Baustellen mittlerweile in Griff habe. In seiner Heimat gebe es ja ein ähnliches Problem, den BER (Flughafen Berlin-Brandenburg). Dort wurden zwar zwischenzeitlich die Sprinkleralagen auch mit Wasser versehen, jedoch hatte man hierzu eine Zwischenetage eingebaut. Bevor man also erstickt, wird man von der durchnässten Decke erschlagen. Das ist Humor, der den Fans gefällt.

Mario Barth spricht in Neu-Ulm über Männer und Frauen

Natürlich spannte Barth dann irgendwann den Bogen zu seiner Freundin, mit der er wohl immer noch in wilder Ehe zusammenlebt. Den Puristen würde interessieren, was das eigentlich für eine anstrengende Person ist. Möglicherweise ahnt Barth, dass sich manch einer klammheimlich doch fragt, warum immer nur das Frau-Mann-Thema im Mittelpunkt steht. Als Profi antwortet er ebenso entwaffnend wie überzeugend: „Wenn sie in ein AC/DC-Konzert gehen, erwarten sie doch auch nicht, dass Malcolm Young Panflöte spielt. Vielleicht kann er es, aber er hat halt keinen Bock drauf.“ Und ein Mario Barth, der politische Witze reißt, wäre ebenso grotesk wie ein Hardrocker mit Holzblasinstrument.

Also ging es in diesem Duktus weiter, etwa mit der besagten Freundin, die wieder einmal – ein Running Gag– ein neues Auto benötigt. Ihr sei jemand reingefahren, obwohl sie „links vor rechts hatte“. Ja, und außerdem habe sie gehupt. Die traditionelle Schiene verließ Barth dann doch etwas, als er vom Familienurlaub mit seiner pubertierenden Nichte in Florida berichtete: „Sie war einst meine kleine Prinzessin, aber sie wurde entführt von Außerirdischen. Zurückgebracht haben sie eine Hackfresse!“ Zu allem (Un)glück verliebte sich die Jugendliche dann auch noch in einen Kevin (wie denn sonst?) aus Erfurt (warum denn das?). Super-Mario managte aber auch diese Adoleszenzkrise und brachte schließlich den thüringischen Romeo alias Kevin dazu, Hals über Kopf die Flucht zu ergreifen.

Eine eher unfreiwillige Nebenrolle bekam ein acht Jahre alter Bub im Publikum, den Barth immer wieder persönlich ansprach. Am Ende wurde er mit einem Bär im Bienenkostüm beschenkt. Dieses Stofftier aus dem Fundus des eigenen Merchandising symbolisiere, so Barth, die Strategie der Männer, wenn sie bei den Frauen etwas erreichen möchten. Man(n) muss sich verkleiden, um an das Süße zu gelangen; der groben, rauen Natur etwas überziehen. Die Eltern des Buben sind nicht zu beneiden, nun ihrem Kind den tieferen Sinn dieser Allegorie zu erklären. Ein kurzes, aber beeindruckendes Feuerwerk mit einem (extrem) lauten Knall zum Finale rundete die Vorstellung ab. Das Publikum tobte ... auch jene, die mit vielleicht gedämpften Erwartungen in die Show gegangen sind.

Sicherlich könnte der Comedian mehr, als über Paarbeziehungen reden. Aber einen Panflöten spielenden Mario Barth... wollen wir das wirklich?

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