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Ulm

12.10.2018

Marlies Blume sieht die Welt in Rosa

Diese Frau ist nichts für Schwarzseher, denn die Welt von Marlies Blume kennt nur eine einzige Farbe. In der Friedrichsau hat sie jetzt ihr neues Programm vorgestellt.
Bild: Dagmar Hub

Die schwäbische Kabarettistin Marlies Blume präsentiert in Ulm ihr neues Programm und peilt nichts Geringeres als die Weltrevolution an.

Dass man so viele rosarote Klamotten besitzen kann, vom Rockröhren-Glitzer bis hin zur großen Abendrobe, samt Kopfbedeckungen und Schuhen! Marlies Blumes Welt – die Welt der von Heike Sauer vor fast 13 Jahren geschaffenen Kunstfigur – ist rosarot in allen Schattierungen dieser Mischfarbe, der nachgesagt wird, dass sie zu guter Laune und zu Zufriedenheit verhelfen soll und Sensibilität ausdrückt. Ihr neues Programm „Ohne dich fehlt dir was“ präsentierte Heike Sauer in der Teutonia in der Friedrichsau erstmals auf Ulmer Boden, auf Einladung des Vereins „Indauna“, der die Friedrichsau seit dem Frühjahr kulturell belebt.

Der Selbstfindungstrip, das ist so eine Sache, vor allem wenn man in das Alter kommt, in dem die Verwandlung von der Traube zur Rosine geschieht und die Kytta-Schmerzsalbe zur Body Lotion wird, sagt Marlies Blume. Freilich kann frau nicht immer 17 sein, und gescheit werden die Schwaben ja mit 40, weise aber erst zwischen 60 und 90. Dabei hat Marlies Blume bereits jetzt so manche Weisheit drauf, die sie rosarot und in witzigen Wortspielen unter ihr Publikum bringt. Zum Beispiel, dass man den eigenen Standpunkt verliert, wenn man das Fähnchen in den Wind hängt oder, dass Kopfschmerzen bekommt, wer mit dem Rücken zur Wand steht und mit dem Kopf durch selbige hindurch will. Oder, dass der Mensch im Grund wie ein Hefeteig ist: Nimmt man die Hände weg, wird er von selbst groß. Wer loslässt, hat also beide Hände frei, auch so ein kluger Satz der Frau in Rosa. Die Welt freilich, die ist nicht rosarot. Weshalb sich trotz der Realität Menschen im Fernsehen schlafkillende Krimis anschauen „und danach noch ‘Schwiegertochter gesucht’“, das bleibt ihr ein Rätsel, witzelt Marlies Blume.

"We will rock you" wird zu "I will Frieda"

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In Zartrosa schwebt die schwäbische Kabarettistin mit der großen Gosch als selbst ernannte „UN-Friedensbotschafterin“ ein und mutiert zur pink schillernden Rockröhre samt farblich passender aufblasbarer Gitarre, die den Queen-Hit „We Will Rock You“ in ein schwäbisches „Goschpl“ mit dem Titel „I will Frieda“ umgeschrieben hat. Ihr Publikum singt da mit Herzblut mit, während Marlies Blume leidenschaftlich die Weltrevolution im Sinne von „No nation, no borders“ (Kein Staat, keine Grenzen) ausruft.

Nur die Idee, den Bonobo-Zwergschimpansen als Friedenssymbol auf das Wappen der UN zu setzen, bleibt dabei etwas schwierig, so lustig der Song vom Bombole lutschenden Bonobo Bobo auch ist und so engagiert er vom vorwiegend weiblichen Publikum mitgejubelt wird. Denn Bonobos sind Geschöpfe mit ausgesprochenem Revierverhalten und wenden anderen Gruppen gegenüber Gewalt an, auch wenn sie innerhalb der Gruppe als friedfertig und freundlich gelten, so jüngere Forschungsergebnisse.

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