1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Maschinenlärm aus dem Stadtpark

26.02.2010

Maschinenlärm aus dem Stadtpark

Senden "Was wird denn hier gebaut?" Drei Passanten haben sich an einer der Bänke am Wegesrand versammelt und blicken über die Baumstümpfe auf dem 8500 Quadratmeter großen Areal im Stadtpark, das in dieser Woche gerodet wurde. Der erste Schritt zur Sanierung des Stadtparks, wo das örtliche Unternehmen Gagstätter bis in die 60er Jahre Telegrafenmasten produzierte, ist nun getan. Riesige Mengen an Boden, verunreinigt mit insgesamt zehn Tonnen Quecksilber und vier Tonnen Arsen, müssen in den nächsten Monaten ausgehoben und abtransportiert werden.

Seit Montag sind sechs Arbeiter damit beschäftigt, Buschwerk und Baumstämme abzuschneiden. Der Teil des Stadtparks, in dem während der letzten Jahre Schulkinder Führungen bekamen, um die heimische Fauna kennenzulernen, hat sich innerhalb weniger Tage in ein Gerippe aus Baumstümpfen und dürren Ästen verwandelt. Die greift sich der Hebearm eines röhrenden Traktors, dessen Reifen tiefe Spuren in der Erde hinterlassen haben. Die Maschinen pulverisieren das Holz regelrecht, auf der anderen Seite des Gefährts werden die Späne durch ein Rohr auf die Ladefläche eines Lasters geblasen. "Das kommt alles in ein Heizkraftwerk", erklärt Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger und Chef des Landpflegebetriebs "ÖKA", das mit der Rodung der Fläche beauftragt ist. Bis zum 1. März, das schreibt das Gesetz vor, müssen sämtliche Bäume gerodet sein, denn ab dann darf bis Juni kein Baum mehr geschlagen werden, es ist die Brutzeit der Vögel.

Aushub im August

Sind auch die letzten Überreste der Bepflanzung aufgeräumt, ist bei der Sanierung erst einmal Pause. Am 9. März, so Peter Ritter von der Stadtverwaltung, findet die Submission der Sanierungsarbeiten statt, voraussichtlich werde sich der Stadtrat im April entscheiden. Ab Mai können die Vorarbeiten beginnen: Spundwände müssen in dem Gebiet eingezogen werden, der Aushub soll ab August geschehen. Läuft alles plangemäß, werde man das entstandene, bis zu neun Meter tiefe Loch im Dezember mit sauberem Boden aufgefüllt haben, glaubt Ritter. Noch ist nicht entschieden, ob im südlichen Teil des Parks eine Verladestation befestigt wird, die den kontaminierten Boden per Bahn abtransportieren soll. Das wird die Sichtung der Angebote klären.

Derzeit sind auf dem Weg entlang der Bahnlinie noch Radler und Jogger unterwegs - das wird ein Ende haben, wenn die Bagger anrücken. Der Weg muss dann gesperrt werden, auch der Fußballplatz und die Skateranlage werden nicht benutzbar sein, so Ritter. Spaziergängern bleibt dann der Weg am Hang, vorbei am Trachtenheim und der Minigolfanlage. Letztere soll während der Sanierung in Betrieb bleiben, ebenso wie der Kinderspielplatz.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20hartz.tif
Kreis Neu-Ulm

Immer weniger Langzeitarbeitslose

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen