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28.05.2013

Masern-Welle droht im Landkreis

Das Landratsamt warnt vor einer Ausbreitung der Masern.
Bild: dpa/picture-alliance

Landratsamt Neu-Ulm warnt vor Ausbreitung und rät, den Impfschutz zu überprüfen

Landkreis Die Zahl der Masernerkrankungen in der Region München nimmt weiter zu. Allein in der Landeshauptstadt sind seit Anfang April mehr als 130 Masernmeldungen eingegangen – Tendenz steigend. Im Landkreis Neu-Ulm ist die Lage zwar noch ruhig, die Masernwelle kann aber nach Einschätzung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) am Landratsamt Neu-Ulm jederzeit auch in den Ulmer und Neu-Ulmer Raum herüberschwappen.

Dr. Martin Küfer, Leiter des ÖGD, sagt dazu: „Masern sind längst keine Kinderkrankheit mehr. Betroffen sind alle Altersgruppen, auch Säuglinge. In zwei von drei Fällen sind die Erkrankten zwischen 16 und 45 Jahre alt.“ Grund dafür sind Küfer zufolge die Impflücken gerade in dieser Altersgruppe. Für die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut sind nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit daher die erste Zielgruppe der Masern-Impfung.

„Wer nicht gegen Masern geschützt ist, kann schwer erkranken“, warnt Dr. Küfer. Er empfiehlt daher: „Prüfen Sie Ihren Impfschutz und lassen Sie sich falls notwendig impfen.“ Diese Empfehlungen gelten insbesondere auch für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen sowie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Um zu verhindern, dass sich Masern weiterverbreiten, unterliegen Ansteckungsverdächtige in diesen Bereichen einer gesetzlichen Tätigkeitsbeschränkung. Dadurch kann es zu Personalausfällen kommen.

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Deshalb rät der ÖGD in Schreiben an diese Einrichtungen, die Belegschaft aufzurufen, Impflücken zu schließen. Dr. Küfer: „Wir hoffen, mit dem Impfaufruf eine weitere Ausbreitung von Masern eindämmen zu können.“

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die weltweit vorkommt und durch Viren ausgelöst wird. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Husten und Schnupfen sowie Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum und der Augenbindehaut.

Erst nach einigen Tagen bildet sich der typische Hautausschlag, der im Gesicht und hinter den Ohren beginnt und sich dann über den ganzen Körper ausbreitet. Der Ausschlag geht mit einem erneuten Fieberanstieg einher und verschwindet nach drei bis vier Tagen von selbst. Dabei kann es zu einer Schuppung der Haut kommen.

Erkrankte dürfen nicht in die Schule

Erkrankte dürfen im Krankheitsfall Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Es besteht nach dem Infektionsschutzgesetz ein Tätigkeits- und Besuchsverbot. Eine Wiederzulassung ist nach dem Abklingen der Beschwerden und frühestens am fünften Tag nach dem Auftreten des Hautausschlages möglich. (az)

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