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Landkreis Neu-Ulm

02.02.2021

Mehr Geld als sonst: Wie der Landkreis Neu-Ulm heuer die Kultur unterstützt

In den Genuss der Kulturförderung des Landkreises Neu-Ulm kommt auch wieder das Roggenburger Diademus-Festival unter der Leitung des Illertissers Benno Schachner.
Foto: Sabine Trucksäß

Plus Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben manche Kultureinrichtungen Zuwendungen besonders nötig. Der Landkreis Neu-Ulm zeigt sich heuer großzügig.

Es war für Kultureinrichtungen nicht immer leicht, Geld vom Landkreis zu bekommen, doch für dieses Jahr zeigte er sich großzügig, auch wenn er mehr ausgeben muss als etwa im vergangenen Jahr. Doch in Zeiten der Pandemie fanden die Mitglieder des zuständigen Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport finanzielle Förderung besonders wichtig.

Selten war die Zustimmung so einhellig und vielleicht auch so emotional. Wolfgang Ostermann (SPD) sagte etwa: "Ich stimme mit großer Freude zu", Krimhilde Dornach (ÖDP) nannte die Kultur "Balsam für die Seele" und der stellvertretende Landrat Franz Clemens Brechtel (CSU) sagte über die Vereinsförderung, sie sei "ein Stück Hoffnung auf kommende Normalität". Für diese Hoffnung gibt der Landkreis in diesem Jahr rund 59.000 Euro aus, 2020 waren es lediglich 53.000 Euro. Das liegt auch an der Menge der Anträge. 15 Vereine und Initiativen hatten wie im Vorjahr um Zuwendungen aus der Kreiskasse gebeten, fünf sind heuer frisch dazugekommen.

Stiftung Gartenkultur will Zuschuss für Gewächshaus

Zu den Neuanträgen gehört auch wieder ein Projekt der Illertisser Stiftung Gartenkultur. Die plant ein Schau- und Schulungsgewächshaus auf dem mittlerweile als Top-Ausflugsziel bekannten Gelände an der Jungviehweide. Das Vorhaben sollte bereits 2020 umgesetzt werden, ist nun aber auf dieses Jahr verschoben worden. In dem Gewächshaus will der Verein lokale und stark gefährdete Gemüse- und Zierpflanzen kultivieren. Der Bau kostet viel Geld, angepeilt sind rund 115.000 Euro, welche der Verein zu zwei Dritteln aus Eigenmitteln der Stiftung aufbringt. Der Rest muss aus Zuschüssen stammen, etwa vom Kulturfonds Bayern, vom Bezirk Schwaben und eben der Kreiskasse. Die soll 7000 Euro geben. Der Kulturausschuss genehmigte erst mal 5000, die restlichen 2000 macht er locker, wenn entweder der Bezirk oder der Kulturfonds ebenfalls etwas zuschießen.

Landkreis Neu-Ulm: Ein Verein will nur 100 Euro Zuschuss

Das Theater Luftschloss aus Neu-Ulm ist eine Bühne, die unter professioneller Anleitung mit Kindern und Erwachsenen arbeitet. Sie spielt heuer ein Stück unter dem schönen Arbeitstitel "Die Freiheit ist ein Tortenboden" und bekommt dafür 3000 Euro. Das evangelische Dekanat erhält für sein Chorprojekt The Peacemakers 4000 Euro. Die Freunde des Klostermuseums Elchingen können sich über 5000 Euro freuen. Sie planen unter anderem die Konservierung und Restaurierung eines sogenannten Antependiums aus dem Jahr 1750, also eines textilen Altarbehangs, sowie eines Bündels von "Maibuschen" aus dem 18. Jahrhundert. Den geringsten Förderwunsch äußerte die Kulturloge Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau-Kreis. Der Verein, der kostenlose Eintrittskarten zu Kulturveranstaltungen an Menschen mit nachweislich geringem Einkommen vermittelt, wollte nur 100 Euro. Die bekommt er auch, allerdings wird er noch von diversen anderen Kommunen gefördert.

Vize-Landrat zu Kosten für Kultur: "Da kommt noch einiges auf uns zu"

Ebenso wie im vergangenen Jahr stehen auf der Förderliste der Vox Humana Kammerchor Neu-Ulm (2000 Euro), die Historische Trachtengruppe Burlafingen, der Heimat und Trachtenverein D'Illertaler, der Trachtenverein D'Unterillertaler Senden-Ay und der Trachtenverein Almrausch Neu-Ulm (jeweils 250 Euro), die Musikschule Neu-Ulm, der Heimat- und Museumsverein Weißenhorn, der Verein Heimatpflege Illertissen und Umgebung (jeweils 1000 Euro), der Iller-Roth-Günz Sängerkreis (2000 Euro), die Kulturhaltestelle für das Weißenhorn Klassik Festival (7000 Euro), der Freundeskreis Kultur im Schloss Illertissen (5000 Euro), das Diademus-Festival Roggenburg (7000 Euro), die Weißenhorner Kammeroper (5000 Euro), das Theater Neu-Ulm (5000 Euro) und die Gesellschaft der Sommerlichen Musiktage Ulm (4100 Euro).

Was den Wunsch nach finanzieller Unterstützung diverser Einrichtungen betrifft, so dürfte "noch einiges auf uns zukommen", mutmaßte Vize-Landrat Brechtel. Und er weiß: "Im sozialen Bereich werden wir auch noch einiges tun müssen."

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