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Ulm

12.01.2017

Mehr Gewerbe an Blaubeurer Straße

Bis 2013 stand hier gegenüber des Blautalcenters ein Hobelwerk.
Bild: Kaya

Die Stadt kauft ein Gelände, auf dem früher ein Hobelwerk stand. Damit eröffnen sich für das Gebiet neue Möglichkeiten. Warum Rotlichtbetriebe davon ausgenommen sind.

An der Blaubeurer Straße tut sich was: Die Stadt Ulm kaufte ein 60000 Quadratmeter großes Areal an Ulms Einkaufsstraße. Bis vor wenigen Jahren war auf großen Teilen des Geländes gegenüber das Blautalcenters das holzverarbeitende Unternehmens Moco/Molfenter beheimatet. Der 1865 gegründete Holzspezialist schloss 2014 den Ulmer Standort, die Stadt schlug nun zu.

Als eine „einmalige Chance“ bezeichnet Ulrich Soldner, der Leiter der Abteilung Liegenschaften und Wirtschaftsförderung sowie Geschäftsführer des Stadtentwicklungsverbandes den Kauf. Es geschehe selten, dass Flächen in diesem Umfang in direktem Anschluss an die Innenstadt neu geordnet werden können.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Durch die Schaffung attraktiver Standortbedingungen sowohl für Neuansiedlungen als auch für bereits ansässige Betriebe soll der Gewerbestandort Blaubeurer Straße gesichert und weiter ausgebaut werden.

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Die rund um die Blaubeurer Straße florierende Rotlichtszene ist damit allerdings ausdrücklich nicht gemeint: Bordelle, bordellartige Betriebe und Sex-Shops sollen mit Hilfe der Regelungen des 2013 vom Ulmer Gemeinderat beschlossenen „Vergnügungsstättenkonzepts“ ausgeschlossen werden. Der Grund: Vergnügungsstätten wirken sich in zweierlei Hinsicht negativ auf die Entwicklung einer Stadt aus. Dies sind zum Einen hiermit verbundene Abwärtstrends („Trading-Down-Prozesse“) und zum Anderen Auswirkungen auf das so genannte Bodenpreisgefüge. Denn Vergnügungsstättenbetreiber sind oftmals aus vielerlei Gründen in der Lage höhere Mietpreise zu bezahlen, was zu städtebaulich ungewollten Verdrängungseffekten führen kann.

Laut einem Rahmenplan „Nördlich der Blaubeurer Straße“ ist die Aufteilung in über zehn unterschiedlich große Grundstücke angedacht. Als Zielgruppe stehen bei Flächen ab 1300 Quadratmeter vorrangig kleinere Handwerksbetriebe und Dienstleister im Vordergrund. Die Ansiedlung von Einzelhandel in diesem Gebiet nördlich der Blaubeurer Straße zwischen Lupfer- und Beringerbrücke ist nicht vorgesehen.

Denn das Thema „Shopping“ ist mit dem Blautalcenter und seinen knapp 100 Geschäften schräg gegenüber ohnehin mehr als üppig repräsentiert in dieser Gegend. Im Rahmenplan heißt es, dass hier insbesondere Potenziale für den Kfz-Bereich gesehen werden. Einer der Grundstücksnachbarn ist das BMW-Autohaus Reisacher. Ohnehin ist das Areal auch als Ersatz für das Sanierungsgebiet „Dichterviertel“ gedacht. Zwischen Schillerstraße, Neue Straße, Hindenburgring und Ludwig-Erhard-Straße entsteht ein neues Wohnquartier mit Wohnraum für etwa 1600 Menschen, ehemalige Gewerbeflächen fallen – etwa durch den Bau eines neuen Hotels – weg. Erreichbar soll das neue Gewerbegebiet auf dem Moco-Areal durch den Ausbau der bestehenden Straße „hinter“ Ikea sein. Erklärtes Ziel der Stadtverwaltung ist es, diese nördlich von Ikea verlaufende Straße einmal an die Schillerstraße anzubinden.

Aus dem Stadtgrundriss ergibt sich ein logischer Bogen Magirustraße, Beringerstraße, (hintere) Blaubeurer Straße bis hin zu Schillerstraße, der möglichst bald realisiert werden soll. Doch das wird noch Jahre dauern, wie Soldner betont. Für Radfahrer bleibt die Blaubeurer Straße zunächst ein Albtraum. Doch langfristig soll laut Rahmenplan ein Streifen von 2.50 Meter Breite einbehalten werden, um die Radwegevernetzung ausbauen zu können. Schneller geht es wohl mit der Ansiedlung von Betrieben: Der Verkauf bebaubarer Grundstücke beginnt wohl 2020. Unverbindlich vormerken lassen können sich Interessenten bereits jetzt auf der Internetsite des Stadtentwicklungsverbandes.

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