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Landkreis

24.02.2015

Mehr Imker – aber weniger Bienen

Mehr Imker: Der Kreisverband Neu-Ulm ist in den vergangenen beiden Jahren stark gewachsen. Die Zahl der Völker ist zurückgegangen.
Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Während das Interesse an der Zucht weiter groß ist, sehen sich die Halter einigen Herausforderungen gegenüber

Während der Kreisverband der Imker wächst, werden die durch seine Mitglieder umsorgten Tiere dezimiert: Dies war in der Jahresversammlung in Weißenhorn zu erfahren. Insgesamt blickte Kreischef Walter Burger somit auf ein „durchwachsenes Jahr“ 2014 zurück. Das Wetter habe den Bienen schwer zugesetzt – die Imker im Kreis mussten starke Verluste in ihren Völkern hinnehmen.

Mit einem milden Winter habe 2014 zwar „recht gut“ begonnen. Doch die folgende kühle Witterung während der Rapsblüte sowie eine starke Verbreitung der Varroamilbe erwiesen sich dann als negativ. So kam es bei einigen Imkern sogar zu Totalverlusten, sagte Burger.

Um der Milbe, einem Angstgegner der Bienenzüchter, effektiv entgegen zu treten, arbeite der Kreisverband eng mit dem Veterinäramt Neu-Ulm zusammen. Zu Gast bei der Versammlung war dessen vertreter Manfred Enderle – er wies daraufhin, dass es auf den „gleichzeitigen Einsatz der Bekämpfungsmittel“ ankomme, die das Veterinäramt jedes Jahr an die Vereine verteilt.

Erfreulicher verlief die Entwicklung des Kreisverbands: Stolze 315 Mitglieder hat er aktuell. Allein in den beiden vergangenen Jahren wurden 53 neue Imker aufgenommen. Dadurch hat es der Verband in der bayernweiten Rangliste der Zuwächse auf den fünften Platz geschafft. Einen besonders starken Anstieg verzeichnete der Imkerverein Neu-Ulm, der in den vergangenen fünf Jahren seine Mitgliederzahl auf 90 Imker verdoppeln konnte. Dafür erhielt der Vorsitzende Hermann Lattoch nun in der Jahresversammlung eine Holzstatue, die den heiligen Ambrosius, den Schutzheilige der Imker, darstellt.

Zu Gast bei dem Kreisimkertreffen war Landrat Thorsten Freudenberger. Die Imkerei sei für das Überleben der Biene wichtig, die volkswirtschaftlich gesehen das drittwichtigste Nutztier sei. Freidenberger kündigte an, dass das geplante Bienenmuseum im Vöhlinschloss in Illertissen Ende 2015 eröffnet werden soll. Ein Höhepunkt werde dabei ein begehbarer, gläserner Bienenstock sein.

Heuer kommen einige Veränderungen auf die Imker zu. So werde die Versicherung kein Bieneninventar mehr beinhalten, hieß es. Auch beim An- und Verkauf von Völkern sollten die Imker in Zukunft genauer hinschauen. Um keine Krankheiten einzuschleppen, sollten die Käufe möglichst über regionale Quellen erfolgen. Jede Bienenhaltung muss beim Veterinäramt des Landkreises angemeldet werden, so Burger.

Der schwäbische Imkertag wird 2018 im Landkreis Neu-Ulm stattfinden. Das war zuletzt 2008 der Fall. (ckr)

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