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Ulm/Landkreis

03.01.2019

Mehr als 30 Unfälle: Blitzeis erwischt viele Autofahrer kalt

Blitzeis hat auf einigen Straßen in Ulm und im Kreis Neu-Ulm viele Autofahrer überrascht. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und etlichen Unfällen mit Blechschäden.
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Blitzeis hat auf einigen Straßen in Ulm und im Kreis Neu-Ulm viele Autofahrer überrascht. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und etlichen Unfällen mit Blechschäden.
Bild: Ralf Zwiebler

Im Kreis Neu-Ulm und in Ulm kommt es auf glatten Straßen zu Dutzenden Unfällen. Der Sachschaden beträgt mehr als 100000 Euro. Wo der Baubetriebshof zuerst räumt und streut.

Die Heimfahrt wurde für viele Autofahrer zur Zitter- und Rutschpartie: Blitzeis und Schneeglätte haben am Mittwochabend in Ulm und im Kreis Neu-Ulm teilweise den Verkehr zum Erliegen gebracht. Es krachte mehr als 30 Mal. Meist blieb es zwar bei Blechunfällen – doch der Sachschaden summiert sich auf mehr als 100000 Euro.

Einer der folgenschwersten Unfälle ereignete sich auf der Illerberger Straße in Weißenhorn. Ein 28-jähriger Autofahrer war in Richtung Autobahn unterwegs, als sich auf schneeglatter Fahrbahn eine Kolonne bildete. Der Mann erkannt das laut Polizei zu spät und versuchte, nach rechts auszuweichen. Er kam von der Straße ab, sein Auto überschlug sich und kam auf dem Dach zum Liegen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 15000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt. Zwischen 17 und 19 Uhr wurden die Beamten der Polizeiinspektion Weißenhorn zu fünf weiteren Glätteunfällen gerufen – drei in der Fuggerstadt und zwei in Senden. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 33000 Euro.

Zwischen Pfuhl und Burlafingen kracht es auf glatter Straße acht Mal

Im Bereich Neu-Ulm gerieten Autofahrer wegen der überfrierenden Nässe vor allem zwischen Pfuhl und Burlafingen ins Schleudern. Die Polizei registrierte acht Unfälle mit einem Gesamtschaden von 15000 Euro. Ein Autofahrer wurde auf der A7 leicht verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zwischen der Anschlussstelle Nersingen und dem Autobahndreieck Hittistetten krachte es insgesamt sechs Mal. Nach Angaben der Polizei waren die betroffenen Autofahrer zu schnell und rutschten gegen die Leitplanken. Sachschaden: 42000 Euro.

Auf der A8 bei Ulm ging teilweise nichts mehr

Viel Geduld brauchten die Verkehrsteilnehmer auch in Ulm. Auf der A8 zwischen den Anschlussstellen Ulm-Ost und -West kam der Verkehr laut Polizei komplett zum Erliegen. Die Autobahn wurde zwischen 22.30 und 23.30 Uhr vollständig gesperrt. Es gab ein halbes Dutzend Unfälle mit Blechschäden. Im Stadtgebiet ging vor allem an der Böfinger Steige vorübergehend gar nichts mehr. Innerhalb kürzerster Zeit gab es dort fünf Unfälle, weshalb die Straße gesperrt wurde. Es dauerte bis etwa 21 Uhr, bis eine Gasse für die Streufahrzeuge geräumt werden konnte.

Mitarbeiter der Bauhöfe und Straßenmeistereien waren stundenlang im Einsatz, um die Straßen wieder frei zu kriegen. Der Baubetriebshof Neu-Ulm war mit etwa 40 Mitarbeitern draußen, wobei dazu auch die Beschäftigten von Fremdfirmen zählen, an die die Stadt einen Teil der Arbeiten vergeben hat. Etwa 250 Kilometer umfasst das Netz aus städtischen Straßen und Wegen. Wo zuerst geräumt und gestreut wird, ist in einer Prioritätenliste festgelegt. Ganz oben stehen Hauptstraßen wie die Augsburger Straße oder die Reuttier Straße. Dann kommen andere wichtige Verkehrswege wie der Kapellenberg in Pfuhl oder Straßen, auf denen Buslinien verlaufen. Ganz am Schluss stehen Nebenstraßen in Wohngebieten. Dem Baubetriebshof stehen sechs große Lastwagen sowie fünf kleinere Fahrzeuge zur Verfügung. Wo die Autos nicht hinkommen, müssen die Handräumer ran. Straßen werden mit Salz und Sole – einem Salz-Wasser-Gemisch – von Eis befreit, auf Geh- und Radwege kommt vor allem Splitt. Salz ist noch genug da: „An der Reinzstraße haben wir etwa 300 Tonnen in Silos eingelagert“, sagte Bauhofleiter Hans-Jürgen Friede. Dazu kommen etwa 800 Tonnen, die beim städtischen Salzlieferanten in der Nähe von Balingen auf Halde liegen. Am Freitag werden wieder rund 75 Tonnen nach Neu-Ulm geliefert. „Dann sind wir wieder gerammelt voll“, so Friede.

Der Baubetriebshof ist also gerüstet, und die Autofahrer sollten es auch sein: In den nächsten Tagen soll es winterlich kalt bleiben, und fürs Wochenende sind starke Schneefälle vorhergesagt. „Nur fahren, wenn’s unbedingt sein muss“, rät Werner Lipp, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Neu-Ulm, den Bürgern für den Fall, dass es wieder so glatt wie am Mittwoch wird. Auf jeden Fall gelte: „Man muss noch vorausschauender und langsamer fahren als sonst und einen größeren Abstand zum Vordermann halten.“

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