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Roggenburg/Schleebuch

12.09.2019

Mehrere Bushaltestellen werden für Barrierefreiheit verlegt

Die Bushaltestellen in Roggenburg – hier zu sehen der Steig 2 der Haltestelle Kloster – und in Schleebuch sollen barrierefrei werden. Gerade in Roggenburg gestaltet sich der Umbau allerdings kompliziert, denn hier steigen die Menschen gleich an drei verschiedenen Stellen in die Busse.
Bild: Alexander Kaya

Die Busstationen in Roggenburg und Schleebuch sollen bald behindertengerecht sein. Doch die Umgestaltung ist kompliziert. Deshalb sollen die Haltepunkte nun verlegt werden.

Die Bushaltestellen in Roggenburg und Schleebuch sollen barrierefrei werden. Darüber sind sich die Verantwortlichen einig. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag zeigte sich jedoch: Die Nachrüstung der Haltestellen könnte kompliziert werden.

Das gilt vor allem für Roggenburg, wo schon die jetzige Lage nicht ganz einfach ist. Denn bisher gibt es für Fahrgäste gleich drei unterschiedliche Einsteigestellen, nämlich die Steige 1 bis 3 an der Haupt- sowie der Klosterstraße. „Wir sind mit der Situation mehr als unzufrieden“, sagte denn auch Bürgermeister Matthias Stölzle dazu. „Viele Leute wissen nicht, wo sie einsteigen sollen“, erklärte ebenso Fachmann Philipp Kutschera vom zuständigen Ingenieurbüro, das die Umbauten der Haltestellen derzeit im Auftrag der Kommune plant.

Viel einfacher wäre nach Meinung des Experten die Reduktion auf nur einen Bussteig, die aber voraussetzt, dass es für die Busse auch geeignete Wendemöglichkeiten sowie Wartebereiche für die Fahrgäste gibt. Dazu hat das Büro verschiedene Möglichkeiten untersucht. Etwa, die Haltestellen beider Richtungen an der Staatstraße zu erhalten und eine Wendeschleife am neu gebauten Parkplatz nahe der Klosteranlage zu schaffen. Eine solche wäre aber sehr teuer und zudem ein Sicherheitsrisiko für Radfahrer, so die Bewertung des Büros.

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Beide Haltestellen an der Ortsdurchfahrt in Roggenburg werden abgeschafft

Eher möglich wäre es, den künftig einzigen Haltepunkt an der Nord- oder der Westseite des Weihers bei der Klosterstraße festzulegen. Dann müssten die Busse nicht mehr durch das Tor zur Kirche fahren, um zu wenden. Allerdings ist das Gelände Eigentum des Klosters, sodass sich die Kommune für diese Varianten mit den Eigentümern einig werden müsste.

„Mit einer Haltestelle am Weiher wären die Schulkinder von der Straße weg“, sagte Gemeinderat Johannes Schmid dazu, die jetzige Verwirrung um die Bussteige sei jedenfalls „untragbar“. „Viel zu aufwendig“ fand hingegen Joachim Graf die notwendigen Umbauten. Er glaubt, dass es mit den Bussen am Weiher vor allem zu Stoßzeiten Probleme geben werde. Die Räte stimmten schließlich mehrheitlich dafür, die beiden Haltestellen an der Ortsdurchfahrt abzuschaffen und einen Bushalt am Weiher zu planen. Der Bürgermeister soll mit allen Beteiligten weiterverhandeln.

Auch in Ingstetten könnten größere Umbauten notwendig werden. Denn dort halten die Busse aktuell nahe der St.-Wendelin-Kapelle an der NU2. Die jetzigen Haltestellen sind aber nicht lang genug, um behindertengerecht ausgebaut werden zu können, erklärte der Ingenieur. Denn zu den Voraussetzungen für Barrierefreiheit gehört es, dass der Bus sehr nah an die Bordsteinkante heranfahren kann, um die Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Und das wiederum ist nur möglich, wenn der Halt auf gerader Strecke liegt.

Stationen in Schleebuch werden um wenige Meter verlegt

In Schleebuch komme es außerdem oft vor, dass Busse um die Kapelle herumfahren, um Schulkinder abseits der Straße aussteigen zu lassen, so Kutschera weiter. Daher schlugen die Experten vor, südlich der jetzigen Einfahrt eine neue, für Busse geeignete Abbiegung zu schaffen und die Route um die Kapelle herum zu führen. Im selben Zuge ließe sich dann eventuell noch ein Dorfplatz gestalten, möglicherweise gefördert durch Mittel aus der Dorferneuerung. So könnte sich zusätzlich eine Aufwertung der Kapelle ergeben, sagte Kutschera.

Doch die Gemeinderäte zogen eine andere Variante vor: Die bestehenden Haltestellen beider Richtungen an der NU2 um wenige Meter zu verlegen, sodass die Busse künftig an einem geraden Straßenabschnitt stehen. Dann nämlich wäre auch genug Platz, um die Haltestellen so umzubauen, wie es die Barrierefreiheit erfordert.

Diese, vergleichsweise kostengünstige Lösung, sei angemessener, als ein aufwendiger Umbau am Wendelinplatz, fasste Karl Heinz Aumann zusammen. Schließlich werde dort „nur für wenige Minuten gehalten“. Die Verwaltung wird diese Möglichkeit nun untersuchen. Mit der Dorfgemeinschaft Schleebuch wird wegen der Haltestellen noch das Gespräch gesucht, sagte Stölzle.

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