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Ulm/Neu-Ulm/Landkreis

22.12.2015

„Meilenstein“ für Regio-S-Bahn

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Hier bei Gerlenhofen wird es wieder einspurig. Ein zweispuriger Ausbau der Strecke von Neu-Ulm nach Senden gilt als wichtigstes Ziel auf dem Weg zu einer Regio-S-Bahn Donau-Iller.

Mit der Gründung eines Vereins kommt der Großraum einem Halbstundentakt der Zugverbindungen ein bedeutendes Stück näher. Ein Knackpunkt bleibt allerdings ungelöst.

Ulm/Landkreis Nach acht Jahren Planung soll nun ernst gemacht werden: Sechs Landkreise und drei Städte gründeten am Dienstag den Verein „Regio-S-Bahn Donau-Iller“. 1,6 Millionen Euro bringen die Kreise Neu-Ulm, Alb-Donau, Günzburg, Heidenheim, Unterallgäu, Biberach sowie die Städte Neu-Ulm, Ulm und Memmingen für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs in den nächsten drei Jahren mit. „Ein ganz besonderer Tag für die Region“, kommentierte Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger. Denn mit der Gründung des Vereins sei ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden, der die Region voran bringe. Ziel des Vereins ist die „rasche Realisierung“ einer im Regionalverband beschlossenen Mobilitätskonzeption. Mit der Gründung werde ein Signal an die Länder Bayern und Baden-Württemberg sowie den Bund gesendet, dass eine länderübergreifende Region an einem Strang ziehe und entschieden ein gemeinsames Ziel zeitnah umsetzen möchte und auch bereit ist, dafür Gelder in Hand zu nehmen.

Die geplanten Maßnahmen umfassen den Bau von 30 neuen Haltepunkten, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur und eine damit einhergehende Verbesserung/Vermehrung der Verbindungen. Vorgesehen sind acht Strecken, die möglichst im 30 Minuten-Takt über das Drehkreuz am Ulmer Hauptbahnhof die Region von Aalen bis Memmingen und Riedlingen bis Günzburg näher zusammen rücken lässt. Markus Riethe, der Direktor des Regionalverbands Donau-Iller, schätzt die Gesamtkosten auf 80 Millionen Euro. Hinzu komme noch eine dreistellige Millionensumme für die Elektrifizierung der Iller-, Brenz- und Südbahn.

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) sieht den eigentlichen Knackpunkt aber an einer anderen Stelle: „Ohne einen zweigleisigen Ausbau der Strecke von Neu-Ulm ach Senden sind kaum Verbesserungen möglich“, sagt Peter Stöferle, der Geschäftsfeldleiter Handel, Verkehr und Logistik der IHK. Dennoch sei es sehr zu begrüßen, dass die S-Bahn-Verwirklichung durch die Vereinsgründung nun an Fahrt auf nehme.

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Die Illerbahn über Neu-Ulm, Senden und das anschließende Teilstück bis nach Memmingen gilt als eine der meist befahrenen eingleisigen Strecken der Republik und ist bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt. Einen Ausbau müsste die bayerische Staatsregierung in Auftrag geben. Doch bislang warten die sechs Landkreise und drei Städte vergeblich auf eine Ausschreibung eines derartigen Projekts.

Ein noch zu findender Verkehrsplaner als künftiger Leiter einer eigenen Geschäftsstelle wird sicherlich versuchen, in der Staatsregierung Fans eines zweigleisigen Ausbaus der Illerbahn zu gewinnen. Als „eigenständige regionsübergreifende Organisationsform mit starkem politischem Mandat“ ist der Verein gegründet worden. So dürfte der künftige Geschäftsführer bei der Staatsregierung auch argumenten, dass nur mit einem zweigleisigen Ausbau das Allgäu wirklich an den Fernverkehr in Ulm und die künftige Neubaustrecke europäischen Ranges angeknüpft werden könne. Ein langer Atem wird notwendig: „Die nächsten zehn bis 20 Jahre wird der öffentliche Personennahverkehr das bestimmende Thema“, sagte Gunter Czisch, Ulms künftiger Oberbürgermeister. Und Landrat Freudenberger sprach vom „Mega-Thema Mobilität“, das maßgeblich über die Perspektiven des ländlichen Raums abseits der großen Bahn-Knotenpunkte entscheide.

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