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Schranne

25.10.2016

Melancholische, irische Geigenklänge

Máire Breatnach beeindruckte die Zuhörer mit ihrer Geigenkunst.
Bild: Hub

Die Musikerin und ihr Partner Thomas Loefke geben den Zuhörern private Einblicke

Ein gerauntes „Schade“ war zu hören, als die irische Geigerin Máire Breatnach zu Beginn ihres Konzerts in der Weißenhorner Schranne ankündigte, aufgrund einer Erkältung nicht singen zu können – was sie in irischer Sprache auf einigen ihrer Alben tut.

Mit Halstabletten überstand die Musikerin, die durch das Original von „Riverdance – die Show“ weltberühmt wurde und mit Größen wie Sinéad O´Connor, Nigel Kennedy und Mike Oldfield zusammenarbeitete, ihren Konzertabend. Mit dabei war der Harfenist Thomas Loefke, der Breatnach mehr als nur begleitete: Loefkes Kompositionen überzeugten durch ihre poetische Tiefe und ihre Kunst, in Klang Landschaften und Erinnerungen zu beschreiben. Die beiden stellten zugleich ihre neue CD vor.

Loefke ist gebürtiger Schwabe, der in Berlin lebt, aber vor allem die wilden, einsamen, windumtosten Inseln im Nordatlantik wie die Färöer und die Hebriden liebt und sich von ihnen inspiriert fühlt. Die keltische Harfe, die er spielt, wird vor allem Irland zugeordnet, wo sie als Symbol sowohl auf dem Wappen der Republik Irland als auch auf den Euro-Münzen prangt, ist aber im Norden und Nordwesten Europas bis hin zur Bretagne verbreitet. Der Geruch des Meeres und die dramatischen Landschaften unter wolkenverhangenem Himmel scheinen sich in den Saal zu übertragen, wenn er sie auf einer modernen keltischen Harfe spielt. Wunderschön ist ein von einer Versöhnung erzählendes altes Harfenwerk aus Irland, das entstand, nachdem der Harfenspieler von uninteressierten Zuhörern gekränkt worden war.

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Bei Máire Breatnach geht es vor allem um ihre irische Heimat. Ihre oft melancholischen Kompositionen erzählen auf wehmütige oder sehnsüchtige Weise von Heiligen der Insel, von Klöstern und Schlössern. Sehr zart, persönlich und schön: die musikalische Erinnerung „Walter’s Song“, gewidmet dem verstorbenen Vater von Máire Breatnach.

Wie sorgsam Máire Breatnach und Thomas Loefke mit Erinnerungen umgehen, zeigte auch ihre Ansage zur letzten Zugabe – einem Stück, das sie als erstes gemeinsames Stück vor 22 Jahren gespielt hatten. Wenn diese intensive Erinnerung verklungen ist, würden sie keine weitere Zugabe spielen – so angekündigt, so geschehen. Das Persönliche, das beide stark in ihren Konzertabend einbrachten, bleibt neben der Musik. Unabhängig davon, dass die erkältete Máire Breatnach nicht singen und nur schwer sprechen konnte.

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