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Ulm

27.08.2012

Millionen für den Kampf um Kunden

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Mit rund 100 Fachmärkten auf gut 37500 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das Blautalcenter das größte Shopping-Center Baden-Württembergs.

Wie das Blautalcenter mitten im Boom der regionalen Shopping-Projekte aufrüstet

Von Oliver Helmstädter

Ulm Das Einkaufszentrum Blautalcenter – mit gut 37500 Quadratmetern Verkaufsfläche das nach eigenen Angaben größte Einkaufszentrum in Baden-Württemberg – reagiert auf die wachsende Konkurrenz: Zwischen fünf und acht Millionen Euro nimmt der Inhaber, der Immobilienfonds HFS, in die Hand, um die Ladenstraße zu verlängern. Wie Centermanager Jörg Fischer erklärt, werde so der Auszug des Real-Marktes genutzt, um die bald 15 Jahre alte Mall an die Erfordernisse der Zeit anzupassen. Denn das Konzept des Real – auf 6500 Quadratmetern eine kunterbunte Flut von 45000 Artikeln anzubieten – habe sich in Deutschland überholt. Spezialisten seien gefragt.

Derzeit werde mit Architekten daran gearbeitet, den Grund neu aufzuteilen. Bis zu sechs zusätzliche Geschäfte sollen an einer künftig bis zu 70 Meter längeren Ladenstraße Platz finden. Angebaut werde dafür nicht: Die Neu-Sortierung des Real-Grunds genüge dafür. Eine Eröffnung ist für kommendes Jahr geplant. Allerdings hat dabei auch die Ulmer Stadtverwaltung wegen bestehender Bebauungspläne ein Wörtchen mitzureden, was die Investition in das dritte Quartal verlagern könnte.

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Für die zweite Problemzone des Blautalcenters zeichnet sich schon früher zählbarer Umsatz ab: Bereits zum Weihnachtsgeschäft werden die seit Ende Februar leer stehenden 1950 Quadratmeter wieder eröffnet, so Fischer. Nach ProMarkt wird erneut ein Elektrofachmarkt einziehen, und zwar die umsatzstärkste deutsche Verbundgruppe im Bereich Unterhaltungselektronik. Den Namen will Fischer noch nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen.

Mit Real soll der Lebensmittelhandel nicht aus dem Blautalcenter verschwinden. Doch auch wenn der Handelskonzern Rewe der Generalmieter der Immobilie ist, stehe der Anbieter noch nicht endgültig fest. Um weiter Anziehungspunkt für 350000 Menschen rund um Ulm zu sein, will das Blautalcenter künftig verstärkt auf das Thema Familien setzen. Als mögliche Mieter kursieren bekannte Namen wie Baby-Markt, Baby-One, Tom Tailor oder Ernstlings Family. Der bestehende Mieter C&A wolle von 800 Quadratmetern auf 1500 erweitern.

Sorgen um die Zukunft des Blautalcenters macht sich Centermanager Jörg Fischer nicht: „Solche Center haben auch weiterhin ihre Berechtigung.“ Keinen Hehl macht Fischer daraus, dass er die Entwicklungen insbesondere in Neu-Ulm mit einiger Sorge beobachte. Wie berichtet, soll am Bahnhof die Glacis-Galerie mit 34000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen und das Mutschler-Center reaktiviert werden. „Wegen Zahnpasta kommt dann kein Neu-Ulmer mehr zu uns“, sagt Fischer. Als „etabliertem Handelsstandort“ drohe nach seiner Überzeugung dem Blautalcenter aber keine Gefahr. Freilich werde der Konkurrenzkampf härter. „Wir wollen den Kunden Erlebniswelten bieten“, sagt Fischer. Die derzeit laufende Western-Aktion sei ein Beispiel dafür. Hinter den Kulissen wird der Konkurrenzkampf auf einer anderen Ebene befeuert: den Mietpreisen. Die jährlichen Einnahmen aus der Kaltmiete beziffert der Inhaber – ein Fonds der Hypovereinsbank – mit 8,679 Millionen Euro. Probleme Mieter zu bekommen, habe der Standort nicht. Neue Shoppingcenter-Pläne erleichtern Fischer aber kaum die Verhandlungen um den Preis pro Quadratmeter. Mit einem französischen Sportfachmarkt, der bereits drei Filialen in Baden-Württemberg betreibt, habe sich Fischer zuletzt nicht einigen können. Heikle Verhandlungen für einen Centermanager. Denn lange wird es nicht dauern, bis der Gigant woanders seine Zelte aufschlägt – in Ulm, Neu-Ulm oder auch Senden. Das Angebot an Einzelhandelsfläche wird immer größer. Fischer: „Und trotzdem lässt sich jeder Euro nur einmal ausgeben.“

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