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Jubiläum

04.05.2012

Mit Eisenhanteln in der Scheune trainiert

Die Jonglierriege des KSV ist seit 90 Jahren das Aushängeschild des Vereins, ihre Eisenkugeln waren die ersten Sportinstrumente bei der Vereinsgründung vor 100 Jahren.
Bild: Manfred Deger

Kraftsportverein Unterelchingen feiert am Samstag sein 100-jähriges Bestehen

Unterelchingen Sie waren jung und sie waren kräftig. Und sie wollten einen Verein gründen. Was lag näher, als diesen Verein „Jugendkraft“ zu nennen? 100 Jahre sind seitdem vergangen, am Samstag, 5. Mai, feiert der Unterelchinger Verein sein großes Jubiläum mit einem Festakt in der vereinseigenen KSV-Halle. Vom 6. bis 10. Juni steigt am selben Ort ein fünftägiges Fest, in dessen Rahmen auch die inzwischen weit über die Grenzen hinaus bekannte „Jonglierriege“ ihren 90. Geburtstag feiert.

Es war an einem Novembertag im Jahr 1912, als sich 16 junge Männer im damaligen Unterelchinger Gasthof „Kreuz“ trafen und einen Kraftsportverein „Jugendkraft Unterelchingen“ (KSV) gründeten. Die Truppe beschaffte sich 25 Pfund schwere Kugelhanteln und traf sich mit diesen in der Scheune des Friseurs Hornung und der Metzgerei Benz zum Krafttraining. Aus dem Kraftsport entwickelte sich das artistische „Jonglieren“ mit den schweren Eisenkugeln. Zehn Jahre später war die „Jonglierriege“ geboren.

1924 wurde für 32 Zentner Weizen und fünf Millionen Reichsmark die erste Vereinsfahne angeschafft. 1925 zählte der KSV 65 Mitglieder und führte die Gaumeisterschaften der Jongleure durch. Zwei Jahre später errang die KSV-Jonglierriege die Gaumeisterschaft. Andere Sportarten kamen hinzu. Bereits 1929 wurden Anton Wiedemann Erster und Konstantin Glöckle Zweiter Deutscher Jugendmeister im Gewichtheben. Im selben Jahr errang die Ringermannschaft den Titel des Ersten Gaumeisters. 1932 baute der Verein die KSV-Halle, bis der Zweite Weltkrieg die Vereinsarbeit tragisch unterbrach. Die Sporthalle diente als Notunterkunft für Heimatvertriebene.

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1946 wagten 35 mutige Unterelchinger einen Neubeginn. Der Leitspruch „Auf denn Turner ringet, prüft der Sehnen Kraft“ sollte wieder zum Leben erweckt werden. Bereits vier Jahre später wurden wieder Preise und Meisterschaften errungen, der Verein zählte 179 Mitglieder. 1951 schlossen sich der Theater-, Sänger- und Musikverein dem Sportverein KSV an. Es ging nicht mehr ausschließlich um „Kraft“. Kultur und weibliche Grazie hielten Einzug. 1954 gründete sich die Handballabteilung der Mädchen. Heute zählt der Verein über 1000 Mitglieder mit zehn Abteilungen (siehe Infos). Hinter den Erfolgen des Vereines und der Aktiven stehen bis heute viele Helfer, die Tausende von freiwilligen Stunden für den KSV geleistet hätten sowie Übungsleiter und Jugendbetreuer, die alle ehrenamtlich tätig seien, sagte der Vorsitzende Berndt Schwerdtfeger zur NUZ.

Die Stärke des Vereins liege in dem Wahlspruch, den er sich seit 100 Jahren auf die Fahne geschrieben habe: „Gemeinsam und Miteinander.“ (mde)

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