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Ulm

15.01.2020

Mit Jazz und Volldampf starten die "Black Hat Stompers" ins neue Jahr

Die „Black Hat Stompers“ zeigten sich gut aufgelegt bei ihrem Jazz-Konzert in der Ulmer Teutonia.
Bild: Florian Arnold

Jazz im New-Orleans-Stil pflegen die „Black Hat Stompers“ seit 30 Jahren. Ihr Gespür für den richtigen Swing bewiesen sie nun wieder im Lokal "Teutonia".

Jetzt, zu Beginn der 2020er-Jahre, ist er wieder „in“, der locker-lässige Sound der 1920er: Eine Renaissance, die nicht erst mit „Babylon Berlin“ und Max Raabe begann, sondern von vielen kleinen Ensembles wie etwa der Neu-Ulmer Jazzformation „Black Hat Stompers“ getragen wurde. Im dreißigsten Jahr ihres Bestehens hat sich die Gruppe personell hier und da verjüngt, weiß aber wie eh und je mit flotten Arrangements bekannter Melodien zu begeistern.

Die Black Hat Stompers präsentieren Standards im New-Orleans-Stil

Gut besucht war das Konzert im Lokal „Teutonia“, wo zum „Neujahrs-Jazz in der Teutonia“ die acht Bandmitglieder ihre Versionen bekannter Standards präsentierten. Da durfte natürlich „Bei mir bist Du schön“ nicht fehlen, dieser schmissige Song, der so schmeichelhaft ausdrückt: Nobody is perfect. Sängerin Svenja Lanquillon, neuestes Mitglied der Band, wusste den Song mit rauchig-dunklem Timbre zu servieren, während die Band mit einem schön blechlastigen Einstieg den nötigen Swing-Druck aufbaute. Feine Soli für alle Bandmitglieder machten den Klassiker zur lässig über zehn Minuten köchelnden Uptempo-Nummer.

Weiteres Highlight: „It’s only a Paper Moon“, das mit gewitztem Schlagzeugeinsatz (Frank Dziewior) startete und dann mit einer gut austarierten Mischung aus Melancholie und Schellack-Ära-Feeling begeisterte. Und, dass sich aus einer schon etwas abgenudelten Country-Nummer wie „Hello Mary Lou“ eine flotte Ragtime-Nummer machen lässt, die so klingt, als sei sie nie etwas anderes als eine Jazz-Nummer gewesen – auch das erntete fleißig Applaus. Ein wenig schade: Der Gesang ging manches Mal etwas unter, etwa wenn der „Neu-Ulmer Satchmo“, wie Bandleader Frank Dziewior seinen Trompeter Stefan Mack ankündigte, den Louis-Armstrong-Hit „Hello Dolly“ intonierte; gegen das volle Aufgebot von Saxofon (Klasse: Daniela Langmaier), Trompete, Tuba (Gerhard Abt), Klarinette (Martin Langmaier ) und Schlagzeug ging da manche Songzeile unter.

Mit Jazz und Volldampf starten die "Black Hat Stompers" ins neue Jahr

Konzertreisen führten die Black Hat Stompers schon nach New Orleans

Das tat dem Genuss aber keinen Abbruch: Zwischen New Orleans-Feeling, schwülem Blues, hitzigem Swing und gelassenen „Struts“ gab es reichlich Spielereien zu entdecken. Etwa die gewitzten Tuba-Volten im „Dippermouth-Strut“ oder „Do you know what it means to miss New Orleans?“, wo sich die Musiker nach und nach von der Bühne und in die Pause entfernten, sodass am Ende nur noch das Schlagzeug „Wache“ hielt. Die „Black Hat Stompers“, die es auf Konzertreisen über die europäischen Grenzen hinaus auch nach China und Amerika (und dort natürlich New Orleans) trug, sind ein Garant für gute Unterhaltung im Stil der 1920er – die man in den 2020ern wieder zu schätzen weiß.

Weitere Infos im Internet unter http://www.blackhatstompers.de/

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