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Neu-Ulm

31.03.2017

Mit Schlagerhits zum Kassenschlager?

Der Schlagersänger DJ Ötzi war gestern zu Gast in der Glacis-Galerie. Rund 200 Besucher kamen, um den bekannten Après-Ski-Sänger zu sehen.
Bild: Andreas Brücken

Seit zwei Jahren gibt es die Glacis-Galerie, die gegen ihr schlechtes Image kämpft. Das will der Centermanager ändern – mit DJ Ötzi und „interaktiver Leerstandskaschierung“.

Zwischen dutzenden Handydisplays und klatschenden Fans bewegt sich eine weiße Strickmütze hin und her. Der Mann, der sie trägt, singt von Liebe, von Herzschmerz und von Träumen. Die will auch der Hausherr – die Glacis-Galerie – nach zwei Jahren endlich wahr werden lassen und hat sich daher gestern zur Unterstützung den Schlagersänger DJ Ötzi eingeladen. Beide passen recht gut zusammen: Der eine will CDs verkaufen, der andere mehr Klamotten, mehr Mixer, mehr Bücher und mehr Döner. Ganz offensiv will die Glacis-Galerie künftig um Kunden werben.

Wie Centermanager Tim Mayer kürzlich dem Neu-Ulmer Finanzausschuss erklärte, sei der Etat für Events der Ötzi-Kategorie aufgestockt worden – auf eine Summe „im 100000er-Bereich“, sagt Mayer. Das Einkaufszentrum, das vor genau zwei Jahren eröffnet wurde, kommt nur schleppend in Gang: In einer vor wenigen Monaten veröffentlichten Umfrage belegte die Glacis-Galerie den drittschlechtesten Platz in der deutschlandweiten Einkaufszentren-Rangliste. Das weiß auch Mayer. Jedoch entgegnet er: „Shopping-Center brauchen eine gewisse Zeit, um sich zu etablieren. Das geht nicht innerhalb von ein, zwei Jahren.“ Um herauszufinden, woran es hakt, ließ er an drei Tagen (Donnerstag bis Samstag) über 500 Kunden befragen – mit dem Ergebnis: Die Besucher sind hauptsächlich unter 30 Jahre alt (55 Prozent), kommen mit dem Auto (67 Prozent) aus der direkten Umgebung Neu-Ulms (24 Prozent), bleiben für etwa 30 bis 60 Minuten und finden vor allem das Mode- sowie Gastroangebot und ganz generell auch das Center gut (Note Zwei).

Mayer sieht dennoch weiterhin Handlungsbedarf: Nach den dutzenden neuen Sitzbänken und den Pflanzenkübeln, die für mehr „Aufenthaltsqualität“ sorgen sollen, und den neuen Automatiktüren, sollen nun bessere Orientierungshilfen im Parkhaus her. Außerdem liegt sein Fokus vor allem auf dem Thema Marketing: „Wir wollen Maßnahmen angehen, um wieder Sympathiepunkte zu gewinnen“, sagt Mayer und kündigt an: „Wir wollen das Erlebniscenter werden.“ So folgte auf den Sänger und Dschungelcamp-Teilnehmer, Ross Antony, das Playboy-Model und TV-Sternchen Sarah Nowak und jetzt eben DJ Ötzi. Fürs Erste ging der Plan auf: Rund 200 Besucher allen Altersstufen kamen gestern, um mit dem Schlagerstar der Alpenrepublik nach den Sternen zu greifen.

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Wie die Centermanager Mayer künftig neben den Besuchern auch neue Mieter ins Haus bringen will, ließ er außen vor. „Es wird immer den Anschein erweckt, dass wir so viel Leerstand haben – das stimmt aber nicht“, sagt er. Er spricht lieber von 1600 freien Quadratmetern, die nicht zusammenhängern. So sei es in der Tat schwierig einen weiteren großen Ankermieter – neben Mediamarkt, Zara und Rewe – ins Haus zu bekommen. Viele Filialisten hätten das deutschlandweite Ranking gesehen und würden nun erst einmal abwarten, wie sich die Glacis-Galerie entwickelt. Aktuell stehen nach Mayers Auskunft noch zehn Läden leer. „Wir suchen nach kreativen Lösungen und werden in den nächsten Monaten etwas aus dem Hut zaubern.“

Bis dahin versucht die Marketing-Abteilung es mit „interaktiver Leerstandskaschierung“, wie Mayer es nennt: Denn dort wo bis vor kurzem noch ein großes Plakat auf die leer stehenden Geschäfte aufmerksam gemacht hat, befindet sich nun eine große, schwarze Wand mit Neu-Ulmer Motiven, die für Selfies genutzt werden soll. Der Plan: Schießt ein Besucher ein Foto, postet es auf einer Online-Plattform, macht das weitere potenzielle Kunden neugierig.

Neugierig sollen weitere Werbe-Strategien machen: Am Hauptbahnhof in Ulm werden bei schlechtem Wetter Sattelüberzüge verteilt, mit Werbesprüchen der Glacis-Galerie. Zudem sollen Besucher künftig ganz werbewirksam zum Center gebracht werden: in Rikschas, die bald durch die Stadt radeln.

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