1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Mit Schmiss und Geschmeidigkeit

Ulm

04.04.2015

Mit Schmiss und Geschmeidigkeit

Zwei Starke Stimmen: Edith Lorans (links) und Girard Rhoden.
Bild: Hub

Bei der "Gala der Stimmen" im CCU treffen die Ulmer Philharmoniker und das Heeresmusikkorps auf hervorragende Sänger. Eine Kombination, die nach Wiederholung verlangt.

Premieren bringen immer Spannung mit sich, bei nie zuvor Gemachten kann auch einmal etwas schief gehen – dass man eine beglückwünschend ausgestreckte Hand übersieht beispielsweise. Diese Premiere aber ruft nach weiterer Zusammenarbeit: Erstmals überhaupt gaben die beiden großen Profi-Orchester Ulms, das Philharmonische Orchester und das Heeresmusikkorps, ein gemeinsames Konzert. Im CCU spielten die beiden großen Klangkörper bei der 20. Gala der Stimmen nicht nur abwechselnd, sondern auch gemeinsam – unter dem wechselnden Dirigat des stellvertretenden Generalmusikdirektors, Daniel Montané, und von Major Matthias Prock.

Auf Parität wurde größter Wert gelegt: Schon zur anfänglichen „Wiener Philharmoniker-Fanfare“ von Richard Strauss mischten sich Kummerbund und Fliege mit grauen Uniformen. Unterschiedlicher könnten Dirigenten kaum agieren: Daniel Montané mit tänzerischer Geschmeidigkeit, Major Matthias Prock mit unglaublicher Präzision. Entsprechend beide Orchester: Die Philharmoniker produzieren den weicheren Klang, das Heeresmusikkorps den klareren. Gemeinsam kann aber gerade daraus ein Klangfest werden; nach der Pause entstand im CCU Neujahrskonzert-Stimmung, die erst Johann Strauss’ „Radetzky-Marsch“ beendete. Nur der im Programmheft als Moderator angekündigte und in einer Loge auch anwesende Opernchef Matthias Kaiser kam den ganzen Abend über nicht auf die Bühne.

„Bravo“-Rufe gab es immer wieder, so für Bariton Kwang-Keun Lee als Solisten im Prolog der Leoncavallo-Oper „Pagliacci“, für Geiger Tamás Füzesi als Solisten in John Williams’ Thema aus „Schindlers Liste“ und für das von Hassliebe erfüllte Duett „Mio padre“ – Dio, mia Gilda!“ von Edith Lorans und Kwang-Keun Lee aus Giuseppe Verdis „Rigoletto“. Weitere Highlights: Alfred Reeds als Ballett-Szenen angelegte „Third Suite for Band“ zeigte, wie fein sinfonische Blasmusik sein kann; in einem Michael-Bublé-Arrangement brachte Tenor Girard Rhoden Swing-Feeling ins CCU, und Montané dirigierte Michael Nymans „Knowing the Ropes“ in einer derart artistisch getanzten Weise, dass man als Schlusspunkt fast einen Freudensalto erwartet hätte. Was eignete sich da als Steigerung zum Finale besser als der Triumphmarsch aus Verdis Oper „Aida“?

Die Einnahmen der „Gala der Stimmen“, die in diesem Jahr zum 20. Mal stattfand, gehen an den Mukoviszidose-Förderverein Ulm. Dieser finanziert damit unter anderem die Einrichtung eines Infusionsraumes für Antibiotikatherapien in der Mukoviszidose-Ambulanz für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik. Mukoviszidose ist eine vererbte Stoffwechselerkrankung und zählt zu den seltenen Erkrankungen. In Deutschland leben etwa 8000 Menschen, die mit der Erbkrankheit geboren wurden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Schwarzlicht%20Minigolf1.tif
Senden

Plus Eine Partie Minigolf im Neon-Meer

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden