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Neu-Ulm/Nersingen

27.02.2015

Mit Vollgas gegen den B-10-Ausbau

Die B10 zwischen Neu-Ulm und Nersingen soll vierspurig ausgebaut werden – so der Plan des Staatlichen Bauamts Krumbach und der Regierung von Schwaben. Doch Naturschützer und einige Bürger haben etwas gegen diese Pläne und wollen mit einem neuen Verkehrsgutachten dagegen vorgehen.
Bild: Alexander Kaya

Neues Gutachten soll klären, wie viele Fahrzeuge auf der Bundesstraße zwischen Neu-Ulm und Nersingen unterwegs sind. Dabei bekommen die Naturschützer Unterstützung.

Das soll eine der wichtigsten Fragen klären, die überhaupt ausschlaggebend ist, dass die Bundesstraße ausgebaut wird: Sind wirklich so viele Autos dort unterwegs? Die Regierung von Schwaben und das Staatliche Bauamt stützen sich und das gesamte Bauvorhaben auf ein Verkehrsgutachten und gehen von rund 36000 Fahrzeugen aus, die im Jahr 2030 pro Tag auf der Bundesstraße unterwegs sein werden. Diese Zahl zweifeln die Bürgerinitiative und der Bund Naturschutz an. Letzterer hat daher nun vor wenigen Tagen ein neues Gutachten, das von einem externen Fachbüro erstellt wird, in Auftrag gegeben.

Beim Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren, bei dem alle Bedenkenträger ihre Einwände vorbringen konnten, sei es „mehr als offensichtlich gewesen, dass etwas am Gutachten nicht passt“, sagt Bernd Kurus-Nägele von der Kreisgruppe des Bund Naturschutzes. Er kritisiert, dass in das Gutachten vermeintliche B10-Nutzer miteinbezogen wurden, die in der Praxis nicht auf dieser Strecke unterwegs seien – Kurus-Nägele nennt als Beispiel Thalfingen. „Wenn ein Bürger von dort nach Ulm will, nutzt er doch nicht die B10 – das darf dann aber auch nicht ins Gutachten mit eingerechnet werden“, sagt der Naturschützer. Die neue Verkehrszählung soll nun Klarheit bringen.

Die besorgten Bürger und Mitglieder der Initiative schließen sich dem Vorhaben des Bund Naturschutzes an. Da das Gutachten mehrere Tausend Euro kosten wird, „werden wir Spenden sammeln, damit es bezahlt werden kann“, sagt Walter Zerb, der mit einigen anderen Bürgern die Gemeinschaft leitet, die sich beim jüngsten Treffen den offiziellen Namen „Bürgerinitiative für das Pfuhler Ried“ gegeben hat. Die Gruppe, die derzeit aus etwa 30 Mitgliedern bestehe, aber stetig wachse, möchte nun noch mehr Vollgas geben: Nach Zerbs Angaben sind einige Bürger gerade dabei, eine Internetseite sowie Flugblätter mit den Vorschlägen der Gegner zu erarbeiten, die in den nächsten ein bis zwei Wochen veröffentlicht werden sollen. „Viele Leute bejahen den vierspurigen Ausbau einfach deshalb, weil es ihnen lange als einzige Lösung präsentiert wurde. Wir wollen zeigen, dass es auch andere, landschaftsschonendere Maßnahmen gibt.“ Der Meinung ist auch Naturschützer Kurus-Nägele: „Ziel muss es sein, möglichst wenig Fläche zu verbauen.“ In den nächsten Wochen wird sich zeigen, was das Staatliche Bauamt dazu sagt, das derzeit die Einwände prüft. Kurus-Nägele jedenfalls hofft, dass sich ein „fairer Kompromiss“ finden lässt, der die Verkehrssituation verbessert und den Landschaftsverbrauch verhindert.

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