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Universität

05.02.2014

Mit Werkzeug, Herz und Sachverstand

Die Uni Ulm lädt zur nächsten Frühjahrsakademie. Diesmal geht es um „Die Kunst des Reparierens“. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Die Frühjahrsakademie beschäftigt sich diesmal mit der „Kunst des Reparierens“

Ulm Nein, die Universität Ulm plant keinen Kurs für Heimwerker. „Die Kunst des Reparierens“ ist vielmehr Titel der bevorstehenden Frühjahrsakademie. Ende März (24. bis 28.) ist wieder Weiterbildung angesagt. Offen für alle interessierten Menschen, mitnichten nur mit akademischem Hintergrund. Geboten werden: Fünf Vorträge zum zentralen Thema, allesamt vormittags, 28 Arbeitsgruppen an drei Nachmittagen und ebenso viele Mittwochsangebote.

„Das Leitthema geht zurück auf den Eröffnungsvortrag und soll im Herbst nochmals aufgegriffen werden“, sagt Professor Othmar Marti, Vorstandssprecher des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (Zawiw), das die beiden Weiterbildungswochen pro Jahr seit 1992 organisiert.

Für die inzwischen 44. Akademie, die jetzt ansteht, hat das Zawiw einen hochkarätigen Referenten verpflichtet. Zum Auftakt wird sich nämlich Professor Wolfgang Heckl, seit 2004 Generaldirektor des Deutschen Museums München, mit der „Kultur der Reparatur“ beschäftigen. Angelehnt an sein gleichnamiges Buch, sicher auch mit der sogenannten geplanten Obsoleszens, dem Phänomen also, dass Geräte des täglichen Bedarfs kurz nach Ablauf der Garantie gerne ihren Dienst versagen. Einfach aufschrauben und reparieren? Ist heute nur noch selten vorgesehen, wegwerfen und ersetzen ist angesagt. Physiker Heckl indes plädiert für Reparieren und Recyclen, nicht zuletzt mit Blick auf die absehbare Ressourcenkrise. Dem Vortrag soll eine ausführliche Diskussion folgen, auch mit dem Publikum.

Nicht minder brisant das Vortragsthema tags darauf: „Wo bleibt die Kunst des Reparierens in der Wirtschaftspolitik?“, fragt Ulrich Mössner, Fachbuch-Autor und Lehrbeauftragter aus München. Nötig sei eine Reparatur des Wirtschaftssystems, meint der Betriebswirt, stabiler gestaltet, sozial ausgewogener und umweltverträglicher. Schließlich seien die wesentlichen Ursachen von Finanz- und Eurokrise nach wie vor nicht beseitigt: Banken außer Rand und Band, die Schulden viel zu noch, die soziale Unausgewogenheit immer größer, die Gier stärker als Moral und Verantwortung.

Deutlich beschaulicher die Thematik am Mittwoch („Die Kunst des Restaurierens von Kunstwerken“), während sich an den beiden Schlusstagen Ulmer Wissenschaftler mit Reparaturen an Leib und Seele befassen: Professor Robert Bauernschmitt („Reparaturen am Motor des Lebens: Herzchirurgie im Wandel der Zeit“) und Professorin Iris-Tatjana Kolassa („Psychische Traumata – molekulare Folgen und Reparaturmöglichkeiten“).

Veranstalter erwarten etwa 600 Teilnehmer

Eine gute Mischung versprechen Organisator Erwin Hutterer zufolge neben den Mittwochsangeboten auch die Arbeitsgruppen, mehr als die Hälfte diesmal mit neuen Themen und mehreren neuen Dozenten. Gesundheit, Geschichte, Kunst, Kultur, Naturwissenschaften und viele weitere Bereiche umfassen diese. Rund 600 Teilnehmer erwarten die Veranstalter, in etwa so viele wie jeweils im Vorjahr. „Davon übrigens rund die Hälfte Männer“, hat Hutterer festgestellt, das sei „bundesweit einmalig“. Gemeinhin nämlich würden vergleichbare Fortbildungsangebote deutlich von Frauen dominiert.

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