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29.12.2014

Mit Wilhelm Busch ins neue Jahr

Franz Josef Neffe aus Pfaffenhofen vertont seine Verse mit der Gitarre: „Das Glück und das Heil, die warten geduldig auf uns ohne Eil.“
Bild: Kongress

Der Pfaffenhofer Franz Josef Neffe gibt mit Versen Hilfe zur Selbsthilfe. Die Erklärung seiner Methode

Seinen beeindruckendsten Erfolg hat Franz Josef Neffe bei der Arbeit mit einem Legastheniker erlebt. Dieser sollte für ihn einen Text schreiben. Rund 80 Prozent der Wörter seien falsch geschrieben gewesen – aber der Inhalt der Geschichte fiel dem Lehrer auf. „Der war kriminell gut“, betonte Neffe immer wieder – auch seinem Schüler gegenüber. Und der zeigte bei seinem nächsten Aufsatz, dass es auch ohne Rechtschreibfehler geht.

So phänomenal sind seine Ergebnisse nicht immer, erklärt der Pfaffenhofer. Aber trotzdem vertritt er die Meinung, Menschen werden durch mehr Selbstbewusstsein stärker und fröhlicher.

Die Beeinflussung des eigenen Unterbewusstseins

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Damit vertritt er eine Methode, die der französische Apotheker Émile Coué im 19. Jahrhundert begründete: die Autosuggestion, also das Beeinflussen des eigenen Unterbewusstseins.

Mit dieser Person verbindet Neffe die Inhalte, die er vertritt. Die Art, wie er diese Lehre verbreiten will, vergleicht er mit Wilhelm Busch, denn er verwendet dafür Verse, Gedichte und freche Sprüche des Dichters. Hier ein paar Beispiele:

Um Reichtum zu erkennen, musst du erkennen lernen, wann es reicht.

Warum steigt der Rauch auf? – Weil er sich’s nicht schwer macht.

68 Prozent Zucker – warum nennen wir das „Pflaumenmus, gezuckert“ und nicht „Zuckermus, gepflaumt“?

Dies sind ein paar seiner kürzeren Verse, wie das letzte Beispiel zeigt, gehören auch scherzhafte Sprüche dazu. Doch Neffe kann auch ernsthaft. Viele seiner Gedichte sind bereits in der Frankfurter Bibliothek veröffentlicht worden. Diese Lyriksammlung wird einmal im Jahr von der Brentano-Gesellschaft herausgegeben.

Die Bände stehen beispielsweise in der Wiener Staatsbibliothek oder in der Französischen und der Schweizer Nationalbibliothek. Neffe hat darin schon öfter etwas veröffentlicht.

Sein Gedicht „Das Gute“ für die Ausgabe des Jahres 2015 handelt vom guten Menschen und von guten Vorsätzen, wie sie sich viele für das neue Jahr vornehmen. In einem weiteren Gedicht über den Jahreswechsel fordert er seine Leser dazu auf, „sich dazu zu bequemen, die göttlichen Gaben mal endlich zu nehmen“, denn „die Stille, der Friede, das Glück und das Heil, die warten geduldig auf uns ohne Eil“.

„Alle Menschen sollen sich frei lachen“

Die Verse des 65-jährigen Pfaffenhofers stehen nicht nur in Büchern. Der ehemalige Volks- und Sonderschullehrer ist als „Ich-kann-Schule-Lehrer“ unterwegs, hält Vorträge und berät Gruppen. Sein Ziel ist es, die Lehre des französischen Apothekers Coué zu verbreiten. „Ich wünsche mir, dass alle Menschen sich frei lachen. Denn, wenn man sich frei fühlen kann, ist man ein ganz anderer Mensch.“

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