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Liederabend

05.04.2011

Mit raumfüllender Zartheit

Sopranistin Oxana Arkaeva begeistert mit Romantik

Ulm „From Russia with love“: An James Bond mochte Oxana Arkaeva vermutlich nur als Anspielung gedacht haben, als sie diesen Titel für ihr Konzert im Theater Ulm wählte. Die Sopranistin gratulierte mit einem Liederabend einfühlsam drei romantischen Komponisten, die 2010/11 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätten – Frédéric Chopin, Franz Liszt und Robert Schumann.

Reverenz auch an Rachmaninow und Tschaikowsky

Ensemblemitglied Arkaeva ehrte die drei Romantiker mit Liedern aus deren Feder – und als Reverenz an jene Drei mit Liedern von zwei bedeutenden Komponisten aus ihrer russischen Heimat, Sergej Rachmaninow und Peter Iljitch Tschaikowsky. Am Klavier begleitet vom virtuosen, aus Moskau stammenden Konzertpianisten Boris Levantovitsch, setzte Arkaeva die enorme Präsenz und das raumfüllende Volumen ihrer großen Stimme ein, um mit Kraft und Zartheit, mit Temperament und Melancholie Chopin, Liszt und Schumann mit deren eigenen Liedern zu ehren.

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Dabei sang sie – sorgfältig auf die Wirkung der Originalsprache bedacht – Chopins Lieder in polnischer Sprache, Liszts Vertonungen von Liedern nach Victor Hugo-Texten auf Französisch und die Lieder der russischen Komponisten in deren und ihrer Muttersprache, stets aber darauf achtend, dem Publikum möglichst authentische Übersetzungen zu geben.

Neckisch für Chopins Widmung eines Mädchens an einen hübschen Jungen, fast revolutionär mit Liszts bedingungsloser Aufforderung zu lieben („Comment, disaient-ils“), und innig mit Teilen aus Schumanns „Frauenliebe und -leben“ zeigte Arkaeva Facetten ihrer Vielseitigkeit, unterbrochen von ihren eigenen spontanen Kommentaren.

So still aber, dass das Rascheln eines Bonbonpapiers die Aufmerksamkeit zerriss, wurde es bei ihrer intensiven Interpretation von Rachmaninows (dem „letzten Romantiker“) melancholisch-schweren Liedern, in denen sich die Zerrissenheit der russischen Seele auch im wiederkehrenden Gegeneinander von Klavier und Stimme spiegelt. Am Ende: ein inniges Liebeslied von Tschaikowsky, übersetzt mit „Ob der Tag regiert“. (köd)

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