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Bildung

27.08.2019

Mobiles Medienlabor: Mit digitaler Hilfe lesen lernen

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Das neue Angebot der Stadtbibliothek Ulm soll Kindern zeigen, dass man an Tablet-PCs nicht nur spielen, sondern auch kreativ gestalten kann.
Bild: Stadtbibliothek Ulm

Das Mobile Medienlabor der Stadtbibliothek Ulm steuert Schulen und Kindergärten an. Bei dem Angebot geht es um den Umgang mit der Technik, Chancen und Risiken.

Dash kann fahren, aufblicken, Geräusche machen, lachen, tanzen und vieles mehr. Was er macht, entscheiden Kinder. Dash ist ein Roboter und Teil des Mobilen Medienlabors, mit dem Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek Ulm seit dem Frühjahr unterwegs sind. Nach Pilotversuchen mit Testklassen ist das Labor in einem in Mintgrün und Gelb lackierten Kia-Elektroauto ab Beginn des Schul- und Kindergartenjahrs im September regulär unterwegs. 15 Angebote können gebucht werden, sie richten sich an Kinder vom Vorschulalter bis zur vierten Klasse. Das Interesse ist da: „Wir haben Buchungen bis in den März hinein“, sagt Melanie Keil, die Leiterin der Kinderbibliothek.

Das Angebot soll Kindern vermitteln, wie sie mit Medien umgehen sollten. Dabei geht es nicht nur um die Nutzung der Geräte, sondern auch um Medienkritik und um kreative Ansätze. „Wir holen die Kinder da ab, wo sie in der Lebensrealität sind“, erklärt Keil. So sieht es auch Bibliotheksdirektor Martin Szlatki: „Uns ist es wichtig, dass es um Chancen und Risiken geht“, betont er. Auch Umfragen unter Eltern zeigten: Die meisten seien gleichermaßen offen und unsicher. „Da sehe ich uns als Stadtbibliothek in der Rolle und in der Verantwortung, unser Angebot zu erweitern.“ Gleichzeitig wolle man den Bezug zum Kerngeschäft der Stadtbibliothek behalten: das Buch und die Sprech- und Lesekompetenz.

Stadtbibliothek Ulm führt Mobiles Medienlabor ein

Am Beispiel von Roboter Dash funktioniert das so: Die Kinder lernen, wie sie Dashs Aufgaben auf einem Tablet-PC programmieren können. Dann denken sie sich in einer Schreibwerkstatt Geschichten mit dem kleinen Roboter in der Hauptrolle aus und bringen diese zu Papier – ganz ohne jede digitale Hilfe. Und schließlich programmieren sie Dash so, dass er genau das tut, was in der Geschichte geschieht. Dabei kommt es darauf an, genau zu lesen, damit die Anweisungen für Dash auch genau stimmen und damit der kleine Roboter die Geschichte nachspielen kann. Bei den Kindern kommt die Programmier-Werkstatt an, berichtet Medienpädagogin Natascha Könches, die für das Mobile Medienlabor zuständig ist: „Als ich zum Auto gegangen bin, sind sie winkend hinter mir hergerannt“, berichtet sie.

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Während Vorschulkinder mit dem bienenähnlich aussehenden Roboter Beebot erste einfache Programmierschritte mithilfe von Knöpfen kennenlernen, können Erstklässler Geschichten zum Klingen bringen. Mit dem sprechenden Stift Tellimero markieren sie eine Stelle in einem Buch und sprechen einen Text auf. Halten sie den Stift später wieder auf die Stelle, gibt er das wieder, was die Kinder aufgenommen haben. Sogar das Gras auf der Wiese kann so einen Teil der Geschichte erzählen – und die Kinder sollen selbst mitgestalten und ihre Fantasie einbringen. Zum Einsatz kommt Tellimero bei einem Kinderbuch-Klassiker: „Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss, erstmals erschienen vor 51 Jahren.

Medienpädagogin betreut Schüler und Kindergartenkinder in Ulm

Bei anderen Angeboten nutzt Medienpädagogin Könches VR-Brillen: Die Kinder können damit eine virtuelle Realität sehen und sich in dieser bewegen. Und auch Elemente der Augmented Reality, also der Erweiterten Realität, spielen im Programm des Mobilen Medienlabors eine Rolle: Dabei werden Bilder mit technischer Hilfe erweitert oder verändert. Könches kombiniert dabei alt und neu. Mit dieser modernen Technik erfahren Kinder, wie früher Bücher und Zeitungen gedruckt wurden.

Finanziert wird das Mobile Medienlabor durch Förderungen der Stadt Ulm, der Bibliotheksgesellschaft Ulm und der Sparkasse Ulm. Dadurch kann die Stelle der Medienpädagogin bezahlt werden und der Stadtbibliothek stehen jährlich 12000 Euro für Sachmittel zur Verfügung. Damit sollen auch Neuanschaffungen finanziert werden, wenn sich die Technik verändert.

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